Sonntag, 8. November 2009

Flammenbrut

Auch dieses Buch war beim Kauf (wie das Buch Obsession) mit einem Bestseller Aufkleber bestückt. Doch dass der Aufkleber nicht so sehr mit der Klasse des Buches zu tun hat, als vielmehr mit dem bekannt gewordenen Namen des Autors, wurde beim Lesen bald deutlich. Die Story ist zwar eine nicht alltägliche, jedoch hält sich die Spannung in Grenzen.

Obsession und Flammenbrut wurden schon vor einigen Jahren geschrieben und es ist nachvollziehbar, dass Simon Beckett durch diese Bücher nicht zum Bestseller Autor werden konnte. Trotzdem, sein Erzählstil gefällt mir und ich lese seine Bücher gerne. Im Vergleich zu Obsession gefällt mir Flammenbrut besser. Im Verlauf der Geschichte wird das Leben einer jungen selbständigen Werbefachfrau immer mehr zum Alptraum, der schlußendlich in einem zerstörerischen Feuerwerk endet.

Sonntag, 1. November 2009

Das Leben Feiern

Das ideale Buch für Leute, denen es abends nach der Arbeit schwerfällt, abzuschalten. Die Autorin entführt den Leser mit verschiedenen Gedanken geschickt aus der Geschäftigkeit des Alltags. Dabei werden die Gedanken wieder auf das Wesentliche gerichtet, nämlich das Leben als Geschenk Gottes zu sehen und es dementsprechend wert zu schätzen, zu feiern und bewußt wahr zu nehmen.

Jedes Kapitel besteht aus einer großen Doppelseite mit verschiedenen Fotos, Gedanken und Zitaten. Die einzelnen Kapitel stehen miteinander nicht in direktem Zusammenhang, deshalb können sie in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Alles Kerze

Mit dem kalten Wetter in den letzten Wochen ist der diesjährige Herbst hereingebrochen. Die Tage werden immer kürzer, die Nächte brechen schon am Spätnachmittag übers Land herein. Im Supermarkt werden bereits Lebkuchen angeboten und bis Weihnachten sind es nicht einmal mehr 100 Tage. Statt kalten erfrischenden Säften werden verschiedenste Teesorten getrunken und auf dem Wohnzimmertisch ersetzt der schwere Kerzenständer die bunte Blumenvase.


Alle Kerzen-scheingenießer möchte ich heute auf etwas ganz besonderes aufmerksam machen: die Kerzenmanufaktur in Wismar. Hier werden handgemachte, durchgefärbte Qualitätskerzen aus hochreinem Paraffin hergestellt, die äußerst rußarm und sehr lange brennen. Besonders gefällt mir bei der Kerzenmanufaktur die Kooperationsbereitschaft der Kerzenkünstler: Je nach Kundenwusch werden Kerzen kopiert, beschriftet oder mit Bildern verziert. Wer nach einer ausgefallenen Geschenkidee sucht, bekommt hier kreative Ideen vom "Kerzenmeister" selbst. Das breitgefächerte Kerzenangebot der Kerzenmanufaktur übersteigt die auf der Homepage (www.alles-kerze.de) abgebildeten Variationen bei weitem.

Jedem Interessierten empfehle ich die Kontaktaufnahme per Telefon (0 38 41-21 20 80) oder per Email (alles-kerze[ät]web.de). Wer ein besonderes Weihnachtsgeschenk sucht, ist hier an der richtigen Adresse. Übrigens, die cremefarbenen Quaderkerzen bei unserer Hochzeit kamen ebenfalls aus Wismar.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Generation Gold

Die ganze Welt kauft Gold. Ganz unabhängig vom alljährlichen Weihnachtsgoldboom, steigt der Wert des Goldes seit einiger Zeit sehr konstant. Der Goldpreis blieb in den letzten Tagen konstant bei über 1000$US je Feinunze und Experten sagen eine weitere konstante Preissteigerung voraus.

Dass diese Vorhersagen nicht auf reiner Spekulation beruhen, sondern sich solide mit Daten und Fakten aus unserer bisherigen Wirtschaftsgeschichte ableiten lassen, zeigt Jürgen Müller in seinem Buch "Generation Gold" sehr eindrücklich.

Wer sich für Edelmetalle zur Vermögenssicherung interessiert, hat hier ein gutes Einsteigerbuch zur Hand. Alle Schlußfolgerungen sind einleuchtend erklärt und gut nachvollziehbar. Wer wissen will, was es mit dem augenblicklichen Run auf physikalisches Gold auf sich hat, findet hier die Antworten.

Sonntag, 20. September 2009

die albtuelle

Da die Auflage unserer Hochzeitszeitung (die albtuelle) die große Nachfrage nicht ganz abdecken konnte, haben wir uns dafür entschieden, die albtuelle auch als elektronische Fassung, sprich als PDF-Dokument, anzubieten.


Da teilweise auch sehr persönliche Informationen preisgegeben werden, können wir unsere Zeitung nicht öffentlich zum Download anbieten. Interessierte dürfen sich jedoch gerne per email an uns wenden (caromanu[ät]proffurthi.de) und wir werden dann unseren geheimen Downloadlink preisgeben. Unser Dank für die geniale Zeitung gilt vor allem Jochen und Jürgen, sowie allen anderen, die maßgeblich an der Entstehung der unterhaltsamen Beiträge beteiligt waren!

Samstag, 19. September 2009

19.09.09 vor dem Traualtar

Heiraten tut man nur einmal. Und wenn ein bedeutender Teil der einmaligen Feierlichkeiten im Freien stattfindet, ist man wirklich auf gutes Wetter angewiesen. Dementsprechen häufig haben wir in den Wochen und Tagen vor unserer Hochzeit verschiedenste Wetterdienstseiten im Internet aufgesucht, was sich als eine äußerst aufregende Übung herausstellte:


Nachdem Gerstetten am Samstagmorgen noch unter dickem Nebel verborgen lag, zweifelten wir sehr an der Wettervorhersage. Doch pünktlich zum Gottesdienstbeginn um 14.00 Uhr brach die Sonne durch und wir hatten für die anschließenden 4 Stunden traumhaftes Hochzeitswetter! Welch eine Gebetserhörung!


Der Gottesdienst war für Carolyn und mich und eine Großzahl der Anwesenden sehr bewegend und gespickt mit Überraschungsbeiträgen verschiedener Gäste. Glücklicherweise ließ unser Herzklopfen kurz nach unserem Einzug schnell nach und wir konnten den Gottesdienst sehr genießen.



Unsere kirchliche Trauung und die anschließende Feier waren der krönende Abschluß unserer Hochzeitsfeierlichkeiten, die schon 10 Tage zuvor (am 09.09.09) im Standesamt begonnen hatten. Weil wir unser Glück nur schwer mit Worten beschreiben können, stellen wir hier ein paar Fotos online und hoffen, dass die Bilder für sich sprechen.



Was wäre eine Hochzeit ohne die vielen Gäste und Helfer!!! Ob von nah oder fern angereist, es war wunderschön mit Euch bis in die Morgenstunden zu feiern, zu lachen und zu tanzen. Für Carolyn und mich war unsere Hochzeit ein absolut einmaliges Erlebnis und wir sind dankbar, dass wir unsere Freude mit so vielen Menschen teilen konnten.

Freitag, 11. September 2009

Europapark

Die großen amerikanischen Vergnügungsparks waren lange Zeit nur schwer zu toppen. Doch wenn man sich ansieht, was sich in unserem Europapark in Rust in den letzten Jahren getan hat, dann ist das auch sehr beeindruckend! Je mehr Gedanken ich mir über das "Multikultikonzept" mache, um so begeisterter bin ich. Anstatt durch ganz Europa zu reisen, brauchen Amerikaner, Australier und Asiaten in Zukunft nur noch ein Wochenende im Europapark zu verbringen. Danach wissen sie dann, dass man in Griechenland Gyros, in Holland Pommes, in Frankreich Crepes, in Spanien Tapas, in Deutschland Sauerkraut, in Italien Pizza, in der Schweiz Käse und in Russland??? - natürlich Hamburger ißt!



Unseren amerikanischen Hochzeitsgästen konnten wir im Europapark einen tollen Tag bieten. Die neue Blue Fire Achterbahn stand bei uns allen ganz oben auf der Favoritenliste. In nur 2.5 Sekunden geht's von 0 auf 100km/h, dann durch einen Looping und 3 weitere Schrauben zurück in den Lockschuppen.

Nach ca. 11 Stunden im Park begaben wir uns entsprechend müde auf die Heimfahrt. Rückblickend können wir sagen, dass es sich lohnt, an einem bewölkten Tag mit Regenrisiko in den Europapark zu fahren. An einem normalen Wochentag hat man nicht einmal schulpflichtige Kinder und Jugendliche vor sich in der Warteschlange! Wer die Eintrittskarten am Vorabend auf der Europapark-Homepage kauft, braucht selbst beim Parkeingang nicht anzustehen.

Mittwoch, 9. September 2009

09.09.09 Standesamt

Während meinem letzten Urlaub habe ich meinen Blog stark vernachlässigt. Jedoch zurecht wie ich meine, denn schließlich standen bei Carolyn und mir die schönsten Wochen im Leben ins Haus: Am 09.09.09 wurden wir im Stammheimer Rathaus getraut. Pünktlich wie der Maurer kam Ortsvorsteher Koch mit dem 14.00 Uhr Schlag der Kirchenglocken ins Trauzimmer.



Nach kaum mehr als 10 Minuten war es dann offiziell: Es gab eine neue Frau Furthmüller in Stammheim. Manche Historiker behaupten ja, bestimmte Geschehnisse in der Menschheitsgeschichte wiederholen in regelmäßigen Abständen. So auch in diesem Fall: vor über 50 Jahren tauschte meine Oma im gleichen Trausaal ihren damaligen Nachnamen "Blaich" ebenfalls gegen den Nachnamen "Furthmüller" ein :-). Gut zu wissen, dass sich diese Mischung in der Vergangenheit schon viele Jahrzehnte bewährt hat.

Sonntag, 6. September 2009

Economic Hit Man

"Bekenntnisse eines Economic Hit Man" ist ein absolutes Hammerbuch! Ein Augenöffner, der den Leser ins Grübeln bringt. Eine Erzählung, die bisher Unbekanntes aufdeckt und bisher verdeckte Konflikte in einem neuen Licht erscheinen läßt. Ein Bericht über all das, was die Welt im Hintergrund bewegt. In nur wenigen Tagen habe ich den Inhalt dieses Buch aufgesaugt und beim Lesen immer wieder entsetzt den Kopf geschüttelt.

Es ist erschreckend, wie gerade in unserer heutigen Zeit die Großzahl der Menschen in den Industrienationen mit Hilfe von Propaganda für dumm verkauft werden. An einigen Beispielen aus der heutigen Zeit verdeutlicht der Autor, mit welch haarsträubenden Argumenten sich Kriege "zufriedenstellend" begründen lassen. Humanitäre Argumente sind dabei generell nur ein Vorwand.

Dieses Buch möchte ich mit großem Nachdruck weiterempfehlen. Es ist einfach zu lesen, die Kapitel sind kurz gehalten und die Fakten und Zahlen sind so schockierend, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt.

Sonntag, 30. August 2009

Der Richter

Wieder geht es um viel Geld. Nur ist diesmal weder klar, woher das viele Geld stammt, noch wem es zusteht. Auch bei diesem Buch sind Neid und Gier die Hauptmotive der Romanfiguren.

Meiner Meinung nach ist "Der Richter" das schwächste der drei John Grisham Bücher, die ich in jüngerer Vergangenheit gelesen habe. Es ist zwar spannend, doch für meinen Geschmack nicht spannend genug. Dass sich die Geschichte am Ende in eine völlig unerwartete Richtung dreht, ändert daran auch nicht mehr viel.

Sonntag, 23. August 2009

Die Schuld

In John Grisham's Bücher geht es oft um sehr viel Geld. So auch in diesem Fall. Wie weit Menschen gehen, und welche Schuld sie bereit sind auf sich zu nehmen, um sich ihren Traum vom großen Geld zu erfüllen, wird in diesem Buch gezeigt.

Die Geschichte ist gut geschrieben und es wird leicht nachvollziehbar und glaubhaft erläutert, welche Macht das Geld über einen Menschen haben kann.

Besonders gefallen hat mir, wie der Autor nach einer zunächst disaströsen Entwicklung, am Ende doch noch zu einem lehrreichen Schluß kommt, bei dem klar gestellt wird, dass Geld doch nicht das wichtigste im Leben ist.


Sonntag, 16. August 2009

Darwins Black Box

... ist ein recht anspruchvolles Buch. Aber da mir der Biounterricht in der Schule - speziell die Humanbiologieeinheit - sehr viel Spass gemacht hat, konnte ich den Ausführungen des Autors meist interessiert folgen.

Professor Michael J. Behe ist bekannt für seine überzeugende Beweisführung gegen die darwinistische Evolutionstheorie. An vielen zu Beginn einfachen, gegen Ende hin aber immer komplexer werdenden Beispielen zeigt er die Schwächen und oft übergangenen unbeantworteten Fragen der Evolutionstheorie Darwins auf.

Wie schon oben angemerkt, ist das Buch nicht einfach zu lesen. Immer wieder macht der Autor einen Abstecher in die Tiefen der Biochemie. Um seiner Argumentation zu folgen braucht man ausreichend Motivation und Konzentration. Als Nachttischlektüre ist das Buch also nicht zu empfehlen. Jedoch ist es für jeden, der sich ernsthaft mit der Entstehung und der Weiterentwicklung des Lebens beschäftigt, eine absolute Pflichtlektüre.

Sonntag, 9. August 2009

Das Testament

...ist ein sehr fesselndes Buch. Denn wer träumt nicht davon, im Testament eines völlig unbekannten Menschen mit einer großzügigen Summe bedacht zu werden? Wer von uns würde solch ein Überraschungserbe schon ausschlagen wollen?

John Grisham erzählt eine teils spannende, teils romantische Geschichte, und läßt dabei seinen christlichen Hintergrund immer wieder durchscheinen. Welche heeren Gründe stecken dahinter, dass die Milliardenerbin nichts mit dem vermeintlichen "Geldsegen" zu tun haben will?

Das Buch "Das Testament" habe ich vor ein paar Monaten gelesen, ich erinnere mich gerne daran zurück.

Sonntag, 2. August 2009

Du entkommst mir nicht!

Schon der Titel des Buches verspricht Spannung. Und zum größten Teil hält er auch, was er verspricht. Mary Higgins Clark schrieb diesen ungewöhnlichen Krimi im Jahr 2003 und ihre Erzählweise erinnert beim Lesen stark an die von Simon Beckett. Die Story selbst ist gut und spannend geschrieben, jedoch kommt Mary Higgins meist ohne blutrünstige Schilderungen aus.
Wer die Bücher von Simon Beckett mag, der liest auch dieses Buch gerne und innerhalb kürzester Zeit durch.

Sonntag, 26. Juli 2009

Skype bekommt Konkurrenz

...zumindest teilweise. Vor ein paar Wochen machte mich mein Arbeitskollege auf die VoIPRaider Software aufmerksam, mit deren Hilfe man angeblich zu unglaublich günstigen Konditionen weltweite Anrufe tätigen kann. Der erste Eindruck der Software war sehr gut, auf der VoIPRaider Homepage wird mit kostenlosen Anrufen ins Deutsche, Französische, Englische, Australische und US-Amerikanische Festnetz geworben. Ich hab' mich natürlich gleich gefragt, wo bei der Sache der Haken ist, und nach ein paar Tagen hab ich auch schon die ersten Probleme gefunden:

  1. Ähnlich wie bei allen deutschen Kreditinstituten, ködert auch VoiPRaider Neukunden mit Sonderkonditionen, die sich dann stillschweigend nach ein paar Wochen oder Monate in Wohlgefallen auflösen. Die freien Anrufe ins Festnetz gibt es natürlich nur für ein paar Tage, dann muß man seine Kreditkartennummer hinterlegen und sein Guthabenkonto aufladen. Nach kurzer Testphase waren alle meine Freiminuten aufgebraucht. Im Gegensatz dazu bietet Skype im 5-Euro Abo monatlich beliebig viele Freiminuten ins Deutsche Festnetz.

  2. Die VoIPRaider Software bietet die Möglichkeit, mittels weniger Mausklicks, alle Skype-Kontake zu importieren. Was jedoch beim Importieren nicht erwähnt wird, ist, dass automatisch allen Skype Kontakten eine VoIPRaider-Werbenachricht geschickt wird. Meiner Meinung nach eine äußerst unverschämte Taktik der VoIPRaider Programmierer. Diese Hinterlistigkeit hat mich äußerst skeptisch gemacht.

  3. VoIPRaider ist eine sehr einfache Software. Wer den Bedienkomfort von Skype gewohnt ist, wird mit VoIPRaider so seine Schwierigkeiten haben. VoIPRaider kann nur einzelne Audio-Verbindungen herstellen, nicht jedoch Konferenzschaltungen oder gar Videogespräche.




Den einzigen Vorteil von VoIPRaider gegenüber Skype sehe ich in den günstigen Gebühren für Anrufe in alle deutschen Mobilfunknetze: ganze 6,5 Cent pro Minute (incl. MwSt.). Da liegt Skype mit 20 Cent pro Minute beim Dreifachen. Deshalb benutze ich VoIPRaider ausschließlich für Verbindungen ins deutsche Mobilfunknetz. In allen anderen Disziplinen hat Skype klar die Nase vorn!

Sonntag, 19. Juli 2009

Obsession

...ist ein älteres Buch von Simon Beckett, das schon vor 12 Jahren erschien, aber im April diesen Jahres neu aufgelegt wurde. Offensichtlich versuchen die Verlage, den augenblicklichen Höhenflug von Simon Beckett's David Hunter Romanen zu nutzen, um auch ältere Romane bzw. Thriller des Autors an den Mann zu bringen.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf waren meine Erwartungen an "Obsession" eher gering. Der rote "Bestseller" Kleber auf dem Bucheinband war für mich eher ein billiger und viel zu offensichtlicher Marketingtrick.
Trotzdem, das Buch liest sich gut. Es ist bei weitem nicht so grausam und spannend wie die Abenteuer des David Hunter, jedoch muss ich gestehen, dass es mich so fesselte, dass ich in knapp 2 Tagen durch war. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen!

Sonntag, 12. Juli 2009

Leichenblässe

...ist das neuste Buch von Simon Beckett. Kurz vor meiner Abreise Ende Mai ist es in Deutschland als gebundenes Buch erschienen. Natürlich habe ich es gleich bestellt, denn wiederum geht es um die Abendteuer des David Hunter.

Meine Erwartungen an das Buch waren extrem hoch, was vermutlich erklärt, dass sie nur größtenteils, jedoch nicht vollständig erfüllt wurden. Die beiden ersten Bücher über David Hunter habe ich als noch spannender in Erinnerung. Trotzdem, Simon Beckett's Erzählweise ist sehr fesselnd und nach nicht ganz drei Tagen war ich bereits durch das Buch durch. Wie bei den anderen beiden Büchern ist das Ende bis zur letzten Seite nicht vorhersehbar. Leichenblässe ist auf jeden Fall zu empfehlen! Im August erscheint das nächste Buch aud der David Hunter-Reihe. Ich kann es kaum erwarten.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 14


Das Warten auf den Azoren hat sich ausgezahlt, das Wetter auf der Strecke nach Gibraltar war überwiegend gut. Unsere Tanks sind leer, sobald sie wieder voll sind, geht es in ein paar Stunden weiter.

Dienstag, 23. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 13

Montag, 22. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 12

Sonntag, 21. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 11

Samstag, 20. Juni 2009

Das Hawaii Europas

Insgesamt hat mich die Landschaft der Azoren stark an Hawaii erinnert. Riesige Vulkankrater, deren teils steil, teils flach abfallenden Hänge mit saftig grüner Vegetation bedeckt sind. An den Stränden häufen sich riesige Lavafelsen, die von den heranbrausenden Ozeanwogen kugelrund geschliffen werden.



Das Wasser ist tiefblau und man kann stundenlang am Strand sitzen und zuschauen, wie die Wellen an den Felsen zerschellen. Eine Auswahl der Fotos der letzten Tage auf den Azoren habe ich unter folgendem Link online gestellt:

Proffurthi's Fotos auf Picasaweb

Nostalgieschwimmen

Weil die Meerwassertemperatur seit unserer Abfahrt von 26 auf 18 Grad gesunken ist, hab ich eher wenig Lust im Salzwasser zu schwimmen. Zwar hat man im Salzwasser mehr Auftrieb und kommt schneller voran, doch fehlt bei solch eisigen Temperaturen einfach der Spass bei der Sache.



Deshalb gings ein paar Stunden nach unserer Ankunft direkt ins nächst beste Hallenbad. "Nächst beste" hört sich etwas irreführend an - es ist das einzige auf der ganzen Insel. Die Atmosphäre in den Duschen und den Umkleiden glich eher der in einem Operationssaal: Mintgrüne Kacheln und ein komischer Geruch nach Infektionsmitteln. Es war wirklich eine lustige Erfahrung und wir fühlten uns mehrere Jahrzehnte zurückversetzt. Im Gegensatz zu den mitteleuropäischen Schwimmbädern besteht hier auf den Azoren immer noch Badekappenpflicht. Wer keine hat, dem wird kostenlos eine bereitgestellt. Wir waren angenehm überrascht, dass wir g`scheite Kappen gekriegt haben und nicht etwa die "blauen Mülltüten", die es bei uns früher in den Schwimmbädern zum Ausleihen gab.

Freitag, 19. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 10

Wie angekündigt kamen wir heute gegen Mittagszeit auf den Azoren an. Die Azoren sind vulkanischen Ursprungs und die Strände sind dementsprechend aus schwarzem Sand, genau wie auf Hawaii.



Wir haben auf der Insel Faial in der Hafenstadt Horta Unterschlupf gefunden. Alle öffentlichen Anlagen sind mit viel Liebe zum Detail angelegt. Vom Stil der Gebäude und der Sraßen fühlt man sich mehrere Jahrzehnte zurückversetzt.



Auf der Nachbarinsel ragt ein erloschener Vulken bis in über 2300m Höhe über die Wolken. Tagsüber sieht man den Gipfel nicht, erst Abends wenn sich die Wolken verziehen, kommt er vollständig zum Vorschein.



Es steht noch nicht genau fest, wie lange wir hier bleiben werden. Vermutlich noch 3 Tage - ursprünglich waren zwar nur 24 Stunden geplant, aber das Wetter westlich von Portugal wird gerade immer schlechter.



Wir sind alle sehr froh, ein paar Tage lang wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Die Stimmung ist dementsprechen ausgelassen und nach Feierabend bleibt kaum jemand an Bord - die Wachhabenden eben.


[links: Annabelle, mitte: ich, rechts: Warlito]


[links: DeWet, mitte: ich, rechts: Charlie]

Als besonderes Hightlight gingen wir heute alle gemeinsam zum Abendessen aus. Das Restaurant war ein etwas anderes. Jeder Gast erhält dort einen eigenen heißen Stein vor sich auf den Tisch, auf dem er sein eigenes Essen nach Lust und Laune zubereiten kann. Nur meine südafrikanischen Kollegen beschwerten sich. Sie hatten den Einwand, dass das Kochen in Afrika immer noch die Aufgabe des Koches sei, dafür werde er ja schließlich bezahlt!



Zum heißen Stein bekam jeder einen Teller voll roher Stücke Tunfisch, Schwertfisch, Flunder, Huhn, Schwein, Rind, Garnelen und Muscheln. Mich fasziniert nach wie vor, wie Garnelen beim Braten ihre graue Farbe in ein leuchtendes rot-orange verwandeln.



Nach dem ersten Abend am Festland waren wieder alle vom Kabinenfieber geheilt. Ich bin sehr dankbar, dass auf der bisherigen Überfahrt sämtliche elektronischen Systeme einwandfrei funktionierten, und wir nicht ausschließlich auf Sextant und Magnetkompass angewiesen waren.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 09



Land in Sicht! In ein paar Stunden kommen wir auf der Azoreninsel Faial an und machen dort Rast, bis das Wetter vor Gibraltar besser wird.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 08

Weil für das letzte Drittel unserer Überfahrt sehr schlechtes Wetter angesagt ist, änderten wir letzte Nacht unseren Kurs, um auf den Azoren einen ein- oder zweitätigen Zwischenstop einzulegen. Sobald die Wettervoraussagen dann wieder besser sind, fahren wir weiter in Richtung Gibraltar.
Im Moment ist das Wetter noch ausgesprochen gut und viele Delphine begleiten uns und "spielen" mit unserem Bug.

Dienstag, 16. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 07


Montag, 15. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 06


Sonntag, 14. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 05


Samstag, 13. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 04


Freitag, 12. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 03


Wie auf der Karte zu sehen ist, sind wir heil durch's Bermudadreieck durchgekommen. Das Wetter war nicht gerade das beste, so dass beim Essenfassen kaum jemand erschien. Inzwischen ist es aber ruhiger geworden.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 02

Mittwoch, 10. Juni 2009

Freeport to Gibraltar - Tag 01

Dienstag, 9. Juni 2009

Bermudadreieck

Vom sagenumwobenen Bermudadreieck hab ich schon als Kind gehört. Doch klangen die Geschichten von den verschwindenden Schiffen und Flugzeugen immer sehr suspekt und deshalb hab ich mich dafür auch nicht weiter interessiert. Als "Bermudadreieck" wird das Seegebiet zwischen den drei Punkten St. Juan, Miami und den Bermudainseln bezeichnet. Auf dem unten zu sehenden Bild habe ich es in weiß eingezeichnet.

Erst seit ich mir den Roman "Der Schwarm" von Frank Schätzing zu Gemüte geführt habe, merke ich, dass an den "Verschwindungstheorien" was dran ist. Genauer will ich aber im Moment nicht darauf eingehen. Nur soviel: Laut wissenschaftlicher Theorien steigen in diesem Seegebiet immer wieder enorme Mengen von Methangas vom Meeresboden auf (Blow-Out), wodurch ganze Schiffe in die Tiefe "fallen". Flugzeuge, die sich im darüberliegenden Luftraum befinden, stürzen ebenfalls "aus heiterem Himmel" ab.

In den nächsten 13 Tagen werden wir zurück nach Europa fahren, der Weg durch das Bermudadreieck ist dabei unvermeidlich. Mal gucken, vielleicht seh ich ja was interessantes. Wenn nicht, dann werd ich einfach unsere Position in Form eines Google-Earth Bildes posten. Die rote Linie in den Bildern ist unsere zurückgelegte Strecke.

Sonntag, 22. März 2009

Die Chemie des Todes

...ist das erste Buch von Simon Beckett mit David Hunter, einem forensischen Anthropologen, als Hauptperson. Das Buch ist so spannend geschrieben, dass ich es innerhalb von drei Tagen durchgelesen hatte. Immer wieder mußte ich Pausen einlegen, weil die Spannung unerträglich und die Erzählung so gruselig realistisch war. Herzrasen sind beim Lesen garantiert!

Die Kapitel sind recht kurz gehalten, ähnlich wie bei Dan Brown's Bücher. Es empfiehlt sich, die beiden Bücher ("Die Chemie des Todes" & "Kalte Asche") in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da dann die Spannung uneingeschränkt erhalten bleibt. Allerdings bin ich froh, zuerst das zweite Buch gelesen zu haben, denn sonst hätte ich das erste Buch wegen zu hohem Spannungsfaktor unvollendet zur Seite legen müssen! Die Bücher sind der absolute Hammer und wärmstens weiter zu empfehlen. Ich freue mich sehr auf ein hoffentlich bald erscheinendes drittes Buch.

Sonntag, 15. März 2009

Wieder wie neu

Meine Spiegelreflexkameras mußten in den letzten Jahren einiges aushalten. Seien es Salzwasserspritzer, Regen, Sand oder extreme Schwüle. Hin und Wieder ließ es sich einfach nicht vermeiden, auch bei widrigen Bedingungen das Objektiv zu wechseln. Ist der Staub einmal im Kameragehäuse, so dauert es nicht lange, bis er sich auf dem Bild-Sensor absetzt und lästige dunkle Flecken auf den Fotos zu sehen sind - speziell bei kleiner Blendenöffnung (f/7.1 und höher).


[fotografiert vor Reinigung - Blende f/11.0]

Die Professionelle Bild-Sensor Reinigung bei Canon kostet 150 Euro, zzgl. Versandkosten. Versucht man es selbst mit den im Fotofachgeschäft erhältlichen Druckluftdosen, so wird man noch unglücklicher. Denn beim Entweichen der Luft aus der Druckluftdose wird diese so extrem kalt, dass sie im Kameragehäuse sofort kondensiert und einen schmierigen Film auf dem Bildsensor hinterläßt. Fotografieren ist dann unmöglich.

Neue Kameramodelle reinigen den Bildsensor beim Ein- oder Ausschlaten der Kamera automatisch, mit Hilfe von Ultraschall. Fotografen mit älteren Modellen sind jedoch nach wie vor aufgeschmissen wenn sich einmal Staubpartikel auf dem Bildsensor befinden. Brillenputztücher sind zu grob, Druckluft ist nicht zu empfehlen, die professionelle Reinigung ist sehr teuer, dunkle Flecken im fotografierten blauen Himmel jedoch recht unattraktiv.

Nach vielen Versuchen hat sich für mich folgende Reinigungsmethode als sehr effektiv herausgestellt: Bei gutem Licht, in einem möglichst staubfreien Raum (ohne Luftzug, ohne offene Fenster, ohne Polstermöbel oder Vorhänge), das Objektiv abnehmen, den Spiegel der Kamera verriegeln und dann mit herkömmlichen Wattestäbchen vorsichtig die Oberfläche des Bildsensors abstreichen. Dabei empfiehlt es sich, mit jedem Wattestäbchen nur einmal über den Sensor zu streichen und dann ein neues Wattestäbchen zu verwenden. Die am Wattestäbchen haftenden Staubpartikel werden so aus dem Gehäuse transportiert und können beim nächsten Streichen nicht wieder am Bildsensor hängen bleiben. Insgesamt werden pro Reinigung ca. 15-20 Wattestäbchen verbraucht.


[fotografiert nach Reinigung -Blende f/13.0]

Die Staubpartikel sind so extrem klein, dass sie mit blosem Auge kaum sichtbar sind. Eine starke Lichtquelle und ein scharfes Auge erleichtert das Auffinden und Entfernen der kleinsten Partikel. Der Erfolg der Reinigung kann durch das Fotografieren einer weißen Wand bei großem Blendenwert (f/11.0 und größer) überprüft werden. Sind im Foto keine dunkle Felcke mehr zu erkennen, so war die Reinigung erfolgreich.

Vorsicht: Die Bildsensoroberfläche ist extrem empfindlich. Mit den Wattestäbchen darf deshalb kein Druck auf den Sensor ausgeübt werden. Diese Reinigungmethode hat sich für mich als die beste herausgestellt, meine Kameras sind nach der Reinigung wieder wie neu. Wer sie auch ausprobieren möchte, tut dies allerdings auf eigene Verantwortung. Für beschädigte Bildsensoren hafte ich nicht.

Sonntag, 8. März 2009

Das KLEINE Pixelwunder

Pünktlich zu Heiligabend kam mein Flip MinoHD aus Amerika an. Die kleinste HD (High Definition) Kamera der Welt ist derzeit nur in Amerika erhältlich, jedoch kann sie sich jeder, der bereit ist, knapp 16 Euro Einfuhrzoll zu zahlen, auf Amazon.com aus Amerika bestellen.

Die Kamera ist der absolute Hammer. Super klein, super leicht zu bedienen, kein Kabelgewirr, mit eingebautem USB-Anschluss. Selbst die Treiber und die Videobearbeitungssoftware sind fest im internen Speicher eingebrannt, damit man die Kamera an jedem beliebigen PC einstecken kann, ohne von einer CD Treiber installieren zu müssen.



Wegen der hohen Auflösung von 1280x720 Pixel können aus den aufgenommenen Videos jederzeit Schnappschüsse in Bildschirmauflösung extrahiert werden. Die aufgezeichneten MP4-Dateien kann man ohne jede weitere Bearbeitung direkt auf Youtube.com hochladen und dort bei voller Auflösung anschauen.

Die Kamera ist so klein und handlich, dass sie sich auch als Helmkamera eignet. Beim Snowboarden in den Weihnachtsferien hatte ich sie sogar an meinem Schuh befestigt! Erst gestern baute ich für die Kamera eine Halterung für meinen Hubschrauber. Im nächsten Urlaub wird es dann High Definition Luftaufnahmen von Stammheim und Umgebung geben :-)

Mittwoch, 4. März 2009

Ratespiel - wo ist M.Y. Ilona?

Das Foto unten habe ich vor ein paar Tagen von einem Aussichtspunkt aus geschossen. Es zeigt mehrere Yachthäfen in der verwundenen Buchtenlandschaft Antiguas.

Eine der vielen Yachten ist die M.Y. Ilona. Wer sie finden will, braucht scharfe Augen. Ein kleiner Tipp: Das Foto wird durch Anklicken in einem neuen Fenster in etwas höherer Auflösung angezeigt. Normalerweise sind in diesen Häfen doppelt so viele Boote angelegt oder vor Anker. Die Suche wäre dann um einiges schwieriger.

Sonntag, 1. März 2009

Der Insel-Preis-Schock

Letztes Wochenende war ich mit Günter einkaufen. Obwohl Antigua eine relativ kleine Insel (16km Durchmesser) ist, gibt es in den Supermärkten eine erstaunlich große Auswahl an Produkten, wie ich sie von zu Hause kenne.



Von frischen Milchprodukten bis zum wohlbekannten Wasa-Knäckebrot gibt es einfach alles. Befremdend haben auf mich nicht die Produkte selbst gewirkt, sondern deren Preise. Um genau zu sein, hat es mich beim Blick auf die Preisschilder auf den "A.s.h" gesetzt. Ein bischen konnte ich die Wucherpreise nachvollziehen, denn die Waren werden alle aus dem Ausland eingeführt - entweder per Luft- oder per Seefracht.



Doch warum jemand bereit sein könnte, für eine stinknormale Flasche Olivenöl über 37 Dollar zu bezahlen, bzw. für ein Glas Marmelade 22 Dollar, eine Packung Knäckebrot knapp 14 Dollar oder 4 kleine Früchteyoghurts über 15 Dollar, das war mir unerklärlich. Antigua ist ein Entwicklungsland, und wer gibt da schon für eine Flasche Öl das Gehalt einer Woche aus?



Völlig verwirrt ging ich durch die Regale und versuchte immer noch verrücktere Preise zu finden, um das beste Insel-Preis-Schock-Foto zu schießen. Ich muß gestehen, die Verkäuferinnen schauten mich etwas verwundert und mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht an... :-)
Erst später wurde uns klar, dass es sich bei den Dollar-Preisschildern nicht um US Dollar, sondern um Karibische Dollar handelte. Jeder Preis kann also durch 2,65 geteilt werden. Aber selbst dann sind die Preise rekordverdächtig.

Sonntag, 22. Februar 2009

Kalte Asche

Titel und Aufmachung des Buches sind unscheinbar, jedoch hat es dieser Thriller in sich. "Kalte Asche" war das erste Buch, das ich von Simon Beckett gelesen habe. Auf dem Flug von Paris nach St. Martin fing ich damit an und konnte nicht mehr aufhören. "Kalte Asche" ist eine Art Fortsetzung von "Die Chemie des Todes", doch das wurde mir erst klar, nachdem ich ein paar Tage später auch das zweite Buch gelesen hatte.


Beide Bücher haben eines gemeinsam: vom ersten bis zum letzten Wort sind Spannung und Gänsehaut angesagt, Verschnaufpausen gibt es keine. Die letzten Sätze von "Kalte Asche" sind so schockierend, dass man am liebsten gleich das nächste Buch lesen würde - wenn es das schon gäbe.

Wer die Wallander-Krimis von Henning Mankell kennt, dem eröffnen sich durch die beiden Thriller von Simon Beckett ganz neue Spannungsdimensionen. Absolute Spitzenklasse, sag ich da nur!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Antigua

In den letzten zwei Tagen ging es auf zwei Etappen von den Britischen Jungferninseln aus über St. Martin nach Antigua. Wenn ich meine Google-Earth Aufzeichnungen betrachte, dann erinnere ich mich daran, wie ich vor vielen Jahren mit meinen Geschwistern begeistert am Computer "Port Rolyal" gespielt habe. Im "wackligen" LAN spielten wir unter Widows 98 immer so lange bis das Spiel aus unerfindlichen Gründen abstürzte.
Bei dem Spiel ging darum, mit seinem Schiff in der Karibik herumzuschippern, verschiedene Ladungen von Ort zu Ort zu befördern und angreifenden Seeräubern zu trotzen. Jetzt, 10 Jahre später kreuze ich tatsächlich zwischen St. Martin und Antigua - Seeräuber waren bis jetzt allerdings Fehlanzeige.

Antigua ist während der Yacht-Wintersaison quasi die "Cote d'Azur" der Karibik. Hunderte kleiner und großer Yachten tummeln sich her im Schutz der Buchten vor dem Wind. Antigua ist zwar bergig, trotzdem aber recht niedrig. Deshalb sammeln sich nur wenige Wolken über der Insel und der Himmel ist meißt strahlend blau. Anders ist es zum Beispiel auf Tahiti oder der Hauptinsel der Seychellen. Dort sind die Berge so hoch, dass sie eigentlich die meiste Zeit im Jahr in den Wolken verschwinden.
Auch die "Maltese Falcon", die ich schon oft im Mittelmeer gesehen hab und wo ich auch schon selbst an Bord war, überwintert in Antigua. Das hochmoderne dreimastige Segelschiff im silbernen Plastiklook beeindruckt jedes Mal auf's Neue. Die Segel fahren vollautomatisch aus und die Meterdicken Carbon-Masten sind auf Knopfdruck um 360 Grad drehbar.
Für mich sind sie in der Zwischenzeit zur Normalität geworden: Sonnenuntergänge über dem Land, vom Meer aus betrachtet. Normalerweise ist es ja so, dass man die Sonne über dem Meer untergehen sieht, während man selbst auf festem Boden steht. Meine Sicht der Dinge ist irgendwie verkehrt.

Sonntag, 15. Februar 2009

Britische Jungferninseln

Knapp 8 Stunden lang ging es von St. Martin aus nach Westen, zu den British Virgin Islands (BVIs, zu deutsch: Britische Jungferninseln). Weil ich meine Spezialpillen zu Hause vergessen hatte, lag ich vor lauter Übelkeit die Hälfte der Strecke im Bett.

Zwar konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Inseln 1493 von Christoph Columbus für die Europäer entdeckt wurden, jedoch weiß ich immer noch nicht, woher die ca. 60 Inseln ihren Namen haben. Vermutlich hatte Christoph jedem seiner Matrosen für die wochenlangen Entbehrungen auf See siebzig Jungfrauen versprochen.

Wie auch immer, wir sind jetzt schon ein paar Tage hier und mir ist noch keine Einheimische verkommen. Das liegt wohl daran, dass wir wieder mal vor Anker liegen und ich einfach nicht von Bord komm.

Freitag, 13. Februar 2009

50 Jahre im Eichenfass

Seit kurz nach dem zweiten Weltkrieg lagerte der unten zu sehende Scotch in einem Eichenfass und überdauerte dort den kalten Krieg, das Platzen der Dot-Com Blase und was sonst so im letzten halben Jahrhundert passierte. Gestern war ein 50-ster Geburtstag an Bord die passende Gelegenheit, diesen edlen Tropfen zu öffnen.



Ich war recht überrascht, auch etwas von diesem Prachtschnaps zu bekommen und stand deshalb recht ehrfürchtig vor dem schweren Kristallglas. Mir schossen alle möglichen Gedanken durch den Kopf. Da schenkt jemand an seinem 50. Geburtstag einen Schnaps aus, der in dessen Geburtsjahr am anderen Ende der Welt in ein Eichenfass gefüllt wurde. Die Zeit ist wirklich ein wertvolles Gut, sie scheint manche Dinge extrem zu veredeln. Zeit kann man nicht "schneller machen", bei manchen Dingen muß man einfach geduldig warten, bis die Zeit reif ist.

In Gedanken versunken ließ ich mir für den Scotch recht viel Zeit und genoß den (bei hochprozentigen Spirituosen normalerweise unüblichen) weichen Geschmack. Immer wieder inhalierte ich den nussig runden Eichengeruch. Im Gegensatz zu den Austern vor ein paar Tagen ist ein uralter Scotch wirklich was ganz besonderes und auch weiterzuempfehlen.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Der Austerschatten - Zweiter Akt

Auf meinen Handinnenflächen bilden sich kleine Bläschen, meine Kopfhaut und meine Wangen jucken und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich meinen Austerschatten garantiert kein 4-tes, 5-tes oder 6-tes mal überspringen werde. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Unsere Krankenschwester hat mir gleich ein Antihistaminikum verabreicht. Solange mir die Luft nicht wegbleibt, geht's ja noch... Eigentlich bin ich ja nur gegen alle behaarten Tiere allergisch. Heute kann ich meine Allergieliste offenbar um eine Stelle erweitern. Aber das ist nicht so tragisch, denn welcher normale Mensch schlürft schon Austern?

Der Austerschatten

Noch vor meinem 30. Geburtstag habe ich es geschafft: Ich habe meinen Austerschatten übersprungen. Austern gehörten für mich schon immer in die Essenskategorie "Schnecken, Froschschenkel und andere Extravaganzen". Diese Tiere können meiner Meinung nach nur Leuten schmecken, die noch nie ein richtig gut abgehangenes Stück rosa Rindfleisch zwischen die Zähne bekommen haben. Und weil vor allem Franzosen auf diese Verrücktheiten stehen, schließe ich daraus, dass es in Frankreich keine vernünftigen Rindviecher geben kann - dafür umso mehr dumme.

Jedenfalls wollte ich heute Abend herausfinden, ob denn am Austerfanatismus mancher Leute wirklich was dran ist. Ich fragte unsere Köchin, wie denn Austern schmecken. Meiner Vorstellung nach, und dem schleimigen Aussehen der Tiere nach, konnte ich mir nämlich keine appetitliche Geschmacksrichtung vorstellen. "Fruchtig und nach Meer" lautete ihre Antwort, "aber auf keinen Fall schleimig". Diese Erläuterung machte mich noch neugieriger, denn für mich schmeckt Meer nur salzig, nicht aber fruchtig.

Zuerst wollte ich eine Auster aus der Küche ins Freie entführen und diese dort essen. Somit hätte ich nämlich die Möglichkeit gehabt, alles gleich über Bord zu kotzen, falls ich das schleimig glitschige Gefühl im Rachen nicht vertragen würde.



Auf die Frage, ob man die Dinger schluckt, oder beißt, konnte mir unsere Köchin nur sagen: "manche machen es so, andere so". Jedenfalls habe ich es dann doch in der Küche hinter mich gebracht, direkt über dem großen Waschbecken. Dort hätte ich zur Not auch reinkotzen können - hab ich mir gedacht. Kurz nachdem mir also meine allererste Auster mit etwas Zitronensaft beträufelt aus der Muschel in den Mund geglitscht war, entschied ich mich fürs Beissen.

Es fühlte sich an wie wenn man auf geschälte Dosenmandarinenschnitze, oder auf das Fruchtfleisch einer Litschi beisst. Der Köchin gefiel meine Assotiation und sie gab mir recht. Ein bischen salziges Meer war übrigens auch dabei.

Stolz ging ich gleich darauf in den Aufenthaltsraum und aß am Esstisch zwei weitere Austern - ganz ohne Würgereiz - um zu bestätigen, dass ich meinen Austerschatten nicht nur einmal, sondern sogar zwei- oder dreimal überspringen kann!

Einem vierten, fünften oder sechsten Austerschattensprung würde ich allerdings wieder ein zartes Stück saftig rosanes Rindfleisch vorziehen. Dazu eine gute Soße, wie der Schwooob es halt moooog. Um die Austern können sich auch weiterhin die Franzosen kümmern.