Sonntag, 28. September 2008

erste Beweisaufnahmen

Da ich beim Rundflug in den letzten Tagen immer sicherer geworden bin, durfte meine Kamera endlich auch mitfliegen. Sie ist zwar stoßfest, doch das Risiko war mit zu groß, sie schon während meiner ersten Rundflugversuche an den Kuven zu montieren. Schließlich heißt stoßfest nicht, dass sie einen Absturz aus 50 Meter Höhe garantiert überlebt.


Auf dem Video sind zum ersten mal Links- und Rechtskurven erkennbar. Manche sind noch recht wacklig, andere schön gleichmäßig geschwungen. Am meisten macht es mir Spaß, in der Entfernung einen großen Bogen zu fliegen, um dann geradewegs auf mich selbst zuzufliegen (nose-in) und dann meinen eigenen Kopf nur um wenige Meter zu verfehlen.

Mittwoch, 24. September 2008

es hat KLICK gemacht

So einfach kann es manchmal sein. Es macht "KLICK" im Hirn, und von einer Sekunde auf die andere funktionieren nicht nur Links-, sondern auch Rechtskurven. Lange lange hab ich auf diesen Moment gewartet. Seit meinem Absturz in Sydney im Jahr 2005 steckte mir einfach der Schreck in den Gliedern und ich hab mich nicht so richtig getraut, in Gegenrichtung zu fliegen. Jetzt scheint es aber gar kein Problem mehr zu sein. Und das tolle: es klappt sogar ohne dabei nachzudenken.

Eine ordentliche Portion Spass am Figuren- und Steilkurvenfliegen hat den Nervenkitzel ersetzt und mein Hubi saust mit durchschnittlich 43km/h durch die Luft. Die Höchstgeschwindigkeit konnte ich auch weiter steigern, sie liegt jetzt bei 102km/h.

Montag, 22. September 2008

Verbrecherjagd

Eine Woche nach unserer Londonreise wurde mir beim Blick auf meinen Kontoauszug übel. Zunächst war ich noch ungläubig, doch dann begriff ich, daß seit unserer Heimreise eine fremde Person mit meiner Kreditkarte 250 Euro für Skype-Guthaben und 380 Euro für Männerbekleidung ausgegeben hatte. Schnell schaute ich in meinem Geldbeutel, doch meine Kreditkarte war immer noch da. Sie war also nicht verlorengegangen oder in den Händen eines Gauners. Wie konnte der Betrug dann also passiert sein?
Viele Möglichkeiten gab es nicht, denn in London hatte ich ausschließlich unsere Hotelrechnung mit meiner Kreditkarte beglichen. Der Bösewicht konnte also nicht weit sein. Sofort meldete ich mich telefonisch beim Hotel und erfuhr, daß ausschließlich der Hotelmanager Zugriff auf die vollständigen Kreditkartendaten hätte. Weitere Auskünfte wurden mir leider verweigert. Man würde dem Fall auf jeden Fall nachgehen, bla bla bla... Fehlanzeige also, denn vom Hotel würde ich das Geld ja eh nicht wieder bekommen. Und schließlich vermutete ich dort ja nur die Sicherheitslücke, nicht jedoch den Gauner selbst.
Gleich danach wandte ich mich per Email an den Skype-Kundenservice. Wenn sich jemand mit meiner Kreditkarte sein Konto aufgeladen hat, dann sollte es schließlich kein Problem sein, diesen Skypenutzer ausfindig zu machen und dessen Name und Adresse herauszurücken. Leider erwies sich der Skype Kundenservice als komplett nutzlos und antwortete nur mit automatisch generierten Emails. Dabei hatte ich mich schon gefreut, denn es grenzt ja schon an Dummheit, eine Kreditkartennummer zu klauen und anschließend sein Konto damit aufzuladen. Doch zu meiner Enttäuschung deckte Skype lieber den Gauner, anstatt mir in irgend einer Weise behilflich zu sein.
Ein noch dümmerer Zug "meines" Gauners war es, sich in einem Internetshop mit Männerbekleidung einzudecken, die Rechnung mit meiner gestohlenen Kreditkartennummer zu begleichen und anschließend die Kleidung an seine eigene Heimadresse schicken zu lassen. Ohne Probleme rückte mir der Besitzer des Internetladen die entsprechende Lieferadresse heraus und es war nur noch eine Formalität, alle gesammelten Informationen bei der Polizei in einer einstündigen Verhörung weiterzugeben.
Das Verhör auf dem ländlichen Polizeiamt war recht unterhaltsam. Es bereitete mir große Freude, einem Polizeiobermeister erklären zu dürfen, wie man mit einer Kreditkarte bezahlt, außerdem, daß man dabei keinen PIN-Code eingeben muß und zuletzt, wo auf der Karte die 16-stellige Kreditkartennummer zu finden ist.
Eine Woche später war das gestohlene Geld wieder auf meinem Konto, vermutlich ist die Versicherung der Kreditkartenbank dafür eingesprungen. Meine Anzeige wurde an die Kriminalpolizei weitergeleitet und von dort aus an die Ordnungshüter in England. Vermutlich werd ich nix mehr von dem Fall hören und das ist ja auch nicht so schlimm, denn der Schaden ist ja beglichen. Allerdings werd ich in Zukunft aufhorchen, wenn mir ein gewisser Herr A... W....... aus England über den Weg läuft!

Freitag, 19. September 2008

Tötet den Schiedsrichter

Eigentlich gar nicht mein Fall: Ein Buch mit mehreren hundert Seiten, das überhaupt keine Kapitel hat. Doch das hatte ich erst bemerkt, als ich schon angefangen hatte zu lesen. Und irgendwie war das Buch dann so unterhaltsam, dass ich es an einem Stück komplett durchlas - morgens im Flugzeug von Stuttgart nach Frankfurt angefangen und abends im Flugzeug von Bristol nach Frankfurt abgeschlossen. Meistens absurd und lustig, manchmal auch ein bischen spannend.
"Tötet den Schiedsrichter" gehört zu den leichtesten Lektüren die ich kenne. Man kann es gut zwischendurch lesen, im Bus, in der Bahn oder im Flugzeug. Konzentrationsvermögen ist dabei kaum nötig, deshalb kommt es wahrscheinlich auch ohne Kapitel oder Absätze aus. Der Spannungsbogen zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite. Der Autor schreibt die Geschichte in einem Fluß. Wer sich mal einen faulen Nachmittag machen will und nach leichter Unterhaltung sucht, für den ist diese Buch genau das richtige.

Dienstag, 16. September 2008

Schleifen überm Räuberwäldle

Schleifen sind das neue Rezept, um in vorgegebener Zeit möglichst weite Strecken zurückzulegen. Da meine Flugzeit pro Batterie auf 9 Minuten begrenzt ist, versuche ich seit neustem die Flugzeit voll auszukosten und möglichst lange Strecken zurückzulegen. Mit meinem bisherigen Flugstil (erst vorwärts weit weg, dann rückwärts wieder zurück zum Startpunkt) bin ich an eine Grenze gekommen und schaffe in der zur Verfügung stehenden Zeit einfach nicht mehr als 9km. Deshalb hab ich mir vorgenommen, das Kurvenfliegen zu lernen und das klappt zu meiner Begeisterung auch schon ganz gut.
Linkskurven gelingen mir noch besser als Rechtskurven, aber das wird schon werden. Außerdem werden meine Konzentrations- und Verschnaufpausen zwischen den einzelnen Manövern immer kürzer, sodaß die Fluggeschwindigkeit über weite Strecken konstant gehalten werden kann. Heute legte ich deshalb in 18 Minuten über 10,5 km zurück, was auf einen Schnitt von 35km/h hindeutet. In den ersten 9 Minuten legte ich nur 4.7 km zurück, weil ich eben erst noch warm werden mußte. Wenn das Einfliegen aber mal noch schneller klappt, dann sollte die 12km Marke auch zu knacken sein. Das entspräche dann einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40km/h. Die Höchstgeschwindigkeit lag heute bei 71km/h, der Höchste Punkt der Flugstrecke ca. 90 Meter über dem Boden. Mal sehen, wie weit ich diese Werte noch nach oben puschen kann. Übertreiben will ich es ja auch nicht, denn ein Absturz wäre dramatisch. Schließlich sehe ich mich immer noch als blutigen Amateur.

Samstag, 13. September 2008

Achterbahn am Himmel

Um die Flugstrecke meines Hubschraubers noch besser visualisieren zu können, reduzierte ich beim letzten Flug die Intervalle der einzelnen GPS-Messungen auf 1 Sekunde. Als ich das Ergebnis sah, war ich begeistert, denn die Flugstrecke erinnert an eine überdimensional große Achterbahn am Himmel.


Außerdem hab ich in Google-Earth eine Möglichkeit entdeckt, alle Meßpunkte bis zum Boden zu verlängern. Dabei läßt sich gut erkennen, dass ich es in jüngster Vergangenheit gelernt habe, Kreise zu fliegen. Es mag dem einen oder anderen (der meine Heli-Videos gesehen hat) vielleicht komisch vorkommen, aber es ist tatsächlich so, dass es mir wesentlich einfacher fällt, Loopings und Schrauben zu fliegen, als einen einfachen Kreis Bereich vor mir. Kreise gegen den Urzeigersinn, fallen mir noch viel einfacher als mit dem Urzeigersinn, es gibt also noch viel zu tun!

Montag, 8. September 2008

Matrosenjubiläum

Heut ist ein besonderer Tag. Zum einen feiern Jochen und Susi ihren allerallerallerersten Hochzeitstag (Herzlichen Glückwunsch meinerseits!!!), zum anderen feier ich heute mein 5-jähriges Matrosenjubiläum. Heute vor 5 Jahren saß ich mit gepacktem Koffer zuerst im ICE nach Amsterdam, dann im Regionalexpress gen Norden und zum Schluß in des Captain's Porsche in Richtung Makkum. Die darauf folgenden Wochen waren unglaublich aufregend, weil ich mich in der englischsprachigen Umgebung zurecht finden mußte. Zunächst war ich noch recht zögerlich als ich merkte, welche Verantwortung mir der Captain übertragen wollte. Doch nach den ersten drei Monaten Probearbeiten an Bord hatte ich mich schon daran gewöhnt. Fremde Länder und Meere sind in der Zwischenzeit Gewohnheit für mich geworden und das heimische Calw, die Schwäbische Alb oder die Berge Österreichs gehören jetzt zu den Highlights meiner Ziele!

Samstag, 6. September 2008

2965m - Schesaplana

Bilder sagen oft mehr als tausend Worte. Deshalb versuche ich von meinem letzten Wochenende in einer Art Bildergeschichte zu berichten. Zu neunt zogen wir am Freitagmorgen in Gerstetten in Richtung Vorarlberg los und kamen dort kurz vor zehn Uhr morgens an.


[die komplette Tour]
Der Plan war es, in den zur Verfügung stehenden zwei Tagen vom Parkplatz im Tal (knapp 1500m hoch gelegen) zum Schesaplana-Gipfel (knapp 3000m hoch) auf- und abzusteigen. Dank gutem Wetter hat alles gut geklappt und wir hatten ein unvergessliches Wochenende.


Nach unserer Ankunft und einem kleinen Frühstück wurden rasch die Stiefel geknüpft und die Rucksäcke geschultert.

[Lünerseebahn]

Die ersten 500 Höhenmeter (von etwas über 1500m auf knapp 2000m) legten wir sehr bequem mit der Lünerseebahn zurück. Auf halber Höhe bewunderten wir ein Gemsennest, in dem gerade zwei junge Gemslein unter Aufsicht ihrer Mutter aus ihren Eiern schlüpften. Die meisten Touristen in unserer Gondel fielen tatsächlich auf diesen österreichischen Scherz herein und glauben noch heute, dass Gemsen wie Vögel aus Eiern schlüpfen.


Kurz vor dem ersten steileren Anstieg wurden nochmal die Schuhe fest geknüpft, etwas getrunken und die Kühle Luft an Stausee genossen.


[Aufstieg zur Totalphütte]

Die auf den Wegweisern veranschlagte Wanderzeit von 2 Stunden zur Totalphütte (ca. 2400m hoch) konnten wir um eine viertel Stunde unterbieten - dank der motivierten Führungsarbeit der jungen Wilden. Weil ich eher Meereshöhe als Gebirge gewohnt bin, machte mir dieser erste Aufstieg am meisten zu schaffen.


Doch die immer atemberaubender werdende Aussicht belohnte uns für all die Anstrengungen.


An der Totalphütte angekommen, bezogen wir unser Matratzenlager und aßen zu Mittag. Nach einer weiteren Stunde Rast ging es dann gegen 14 Uhr mit leichterem Gepäck weiter bergauf in Richtung Gipfel.


[Aufstieg zum Schesaplanagipfel]


Für diesen Streckenabschnitt waren 2 Stunden veranschlagt, doch weil wir recht leicht unterwegs waren, erreichten wir den Gipfel schon nach 90 Minuten.


Auf dem Weg zum Gipfel kamen uns viele andere Wanderer entgegen. Das war uns ganz recht, denn das bedeutete, dass wir vermutlich nur wenige andere Leute auf dem Gipfel vorfinden würden.


Gegen 16 Uhr, nach ca. 20 Minuten auf dem Gipfel in 2965m Höhe, waren wir ganz allein. Gemeinsam hörten wir Wolfgang zu, der uns den Psalm 121 vorlaß.


Die Grenze zwischen der Schweiz und Österreich verläuft genau über den Schesaplanagipfel. Deshalb genoss ich es besonders, auf dem Grenzstein zu sitzen, den einen Fuß im einen, den anderen Fuß im anderen Land.
Die Aussicht war phänomenal, die zerzausten Wolken machten das Panorama perfekt.


Weil es auf dem Gipfel absolut windstill war, verweilten wir dort länger als geplant und machten uns erst kurz vor 17 Uhr wieder auf in Richtung Tal.


[Abstieg zur Totalphütte]

Besonders aufregend waren die Schneefelder auf dem Abstieg. Einige von uns fuhren zum ersten Mal mit normalen Wanderschuhen auf einem steilen Schneefeld ab. Der Schnee war recht fest und war man einmal in Fahrt, so konnte sich das Anhalten als ein Ding der Unmöglichkeit entpuppen. Dabei ist nichts schlimmeres passiert, jedoch haben wir jetzt alle noch größeren Respekt vor steilen Schneefeldern.


Über Nacht blieben wir in der Totalphütte, am nächsten Morgen ging es dann weiter talwärts.

[Abstieg zur Bergstation Lünerseebahn]


Weil wir genug Zeit hatten, liefen wir noch eine Runde um den Lünersee. Der Himmel war absolut wolkenlos, die Luft frisch und kühl und die Stimmung gut.




Die Landschaft war so idyllisch und ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen eine ganze Menge Fotos zu schießen.




Immer wieder bestaunten wir das klare eiskalte Wasser des Lünersees und die Berge die sich darin spiegelten.

[Abstieg zur Talstation Lünerseebahn]


Der Abstieg vom Lünersee zum Parkplatz (-500 Höhenmeter) war sehr aufregend. Die Wegweiser veranschlagten eine Zeit von 1 Stunde, doch die meisten von uns waren nach 25 Minuten bereits am Parkplatz angekommen.