Dienstag, 29. Juli 2008

Italienkreuzfahrt

Erst in den letzten Wochen wurde mir klar, warum eine Kreuzfahrt eigentlich "Kreuz"fahrt heißt: Es geht dabei einfach immer kreuz und quer durch die Gegend. Ein richtiges System läßt sich dabei eigentlich nicht erkennen. Man fährt einfach immer dort hin, wozu man gerade Lust hat. In diesem Fall machten wir eine Italienkreuzfahrt.

[Italien - kreuz und quer]
Anfangs war ich noch von der Idee begeistert, meine komplette zurück gelegte Strecke mit meinem Forerunner GPS aufzuzeichnen. Doch schon bald stellte sich heraus, mit welch einem Aufwand dies verbunden war. Da wir zu allen Tages- und Nachtzeiten den Anker lichteten und weiterfuhren, hieß das für mich jedesmal "raus aus den Federn" um die entsprechenden Vorbereitungen für die Aufzeichnung zu treffen. Trotzdem, wenn ich das obige Ergebnis betrachte, dann bin ich zufrieden. Der Aufwand hat sich gelohnt.

[Italien - Mittelmeer pur]
Zu Beginn unserer Kreuzfahrt hat Günter (http://www.chef-gee.com/) uns mit einer herrlichen Melonenschnitzerei auf die bevorstehenden Wochen eingestimmt. Günter ist ein extrem kreativer Koch und arbeitet Tag und Nacht. Meiner Meinung nach ist er Künstler und Koch zugleich.


[Capri]
Unsere Fahrt hat uns an den meisten Orten mehrmals vorbeigeführt, trotzdem gibt´s hier zu jedem Ort immer nur 1 Photo zu sehen.


[Neapel]
Eigentlich hatten wir in Neapel aufgrund des Müllmannstreiks sehr viel mehr Abfall auf den Straßen erwartet. Erfreulicherweise war dem aber nicht so. Diesbezüglich muß ich mich allerdings auf die Aussagen meiner Kollegen verlassen, denn von Bord konnte ich in Neapel nicht gehen.


[Isola d'Ischia]
Die bunten italienischen Häuser sind einfach toll. Leider kommen die Farben nicht wirklich so raus wie in Wirklichkeit. Die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch und alle meine Photos sind wie von einem dünnen Nebelschleier überzogen. Manche unserer Feuermelder an Bord schlugen Alarm weil es so schwül war.


[Capri]
Capri war in den letzten 4 Wochen der einzige Ort, an dem ich die Gelegenheit hatte von Bord zu gehen. An Capri gefallen mir besonders die engen Gassen mit den kleinen Läden und Boutiquen. Die Preise sind allerdings unverschämt - eben auf Leute mit immenser Kaufkraft angepaßt. Wer einen kleineren Geldbeutel hat, kann aber trotzdem von Neapel aus mit einer Fähre nach Capri kommen und einen Tagesausflug machen.


[Positano]
Die Steilküste südlich von Neapel ist sehr beeindruckend. Mehrere hundert Meter hoch ragen die Felswände aus dem Meer in den Himmel empor. Die Berge sind nur leicht besiedelt. Yachteigner, die die Abgeschiedenheit suchen, kommen gerne hierher.


[Amalfi]
In jedem Tal zwischen zwei Bergen befindet sich eine andere Ortschaft. Am einfachsten sind diese für Ottonormalverbraucher mit der Fähre zu erreichen. Ich weiß nicht, ob ich mir diesen Aufwand machen würde. So ein großer Kulturguru bin ich dann auch wieder nicht.


[Torre Annunziata]
Im Hintergrund der Vesuv. Niemand scheint wirklich mit einem erneuten Ausbruch zu rechnen. Am Fuß des Berges sind viele dichtbesiedelte Ortschaften.


[Nerano]
Immer wieder sieht man ein Haus am Steilhang. Es ist mir ein Rätsel, wie diese Residenzen erreicht werden können - über Stollen, Treppen, Seilbahnen oder FIAT500 taugliche Straßen vielleicht? Viele dieser Villen und Restaurants haben ihren eigenen Hubschrauberlandeplatz.
Die Italienkreuzfahrt war ein voller Erfolg und ich habe Italien von einer ganz neuen Seite kennen gelernt. Bisher hatte ich nur die nördlicheren Regionen Italiens gekannt, die Toskana, Venedig, und Südtirol.

Sonntag, 27. Juli 2008

The Appeal - Berufung

Der Roman "The Appeal" von John Grisham gibt einen teilweise schockierenden Einblick in das amerikanische Justizsystem. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern werden in Amerika bei Präsidentschaftswahlen unglaubliche Summen in den Wahlkampf gesteckt. Teilweise ist das auch nachvollziehbar, denn wer den größeren Bekanntheitsgrad in einem Land hat, der hat auch die größeren Chancen gewählt zu werden.
Doch daß in einigen Bundesstaaten der USA die Besetzung der obersten Richterstellen ebenfalls über einen von Lobbyisten finanzierten Wahlkampf geschieht, ist unglaublich. Richter sind somit nicht mehr nur ihrem Gewissen und dem geltenden Gesetz verpflichtet, sondern auch ihren Geldgebern. Anhand eines realistischen Falles schildert der Autor was geschehen kann, wenn die Richter zu Marionetten von einflußreichen Spielern hinter den Kulissen werden.
Das Buch ist spannend geschrieben, die Kapitel sind kurz gehalten. Man hat im Gegensatz zu manch anderen Büchern nicht den Eindruck, dass der Autor viele belanglose Informationen einwebt, um seinem Werk Fülle zu verleihen. Das Ende ist nicht absehbar und die Geschichte der Einzelschicksale im Buch ist aufwühlend.

Freitag, 25. Juli 2008

Hilfe vom Vater Staat

Vor ein paar Tagen war ich wieder mal im Internet unterwegs und bin auf der Seite des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (http://www.bsi-fuer-buerger.de/) auf etwas interessantes gestoßen. Ein kostenloses Diagnoseprogramm für Sicherheitslücken im PC-Betriebssystem. Eingie Male schon wurden mir von Kollegen und Bekannten völlig verseuchte Computer zur näheren Untersuchung überreicht. "Guck mal, was da nicht stimmt" oder "Der Piepst so komisch" oder "Der öffnet ganz automatisch immer neue Webseiten" lauteten die präzise beschriebenen Beschwerden. Und immer wieder hab ich im Internet nach einem guten aber kostenlosen Diagnoseprogramm gesucht, das Fehler in der Systemregistrierung findet und repariert, Trojaner aufspürt und ins Nirvana jagt und tückischer Spyware das Fürchten lehrt. Ein paar mal bin ich auf eine großartig angepriesene Software reingefallen, denn schon kurz nach der Installation des "Wunder-Tools" hat mein herkömmlicher Virenscanner direkt darauf angeschlagen. Viele Hilfe-Tools im Internet sind also noch schlimmer als das, was sie eigentlich ausfindig machen und vernichten sollen. Das ist wahrscheinlich auch dem Vater Staat aufgefallen, und deshalb wird zum Schutz der Bürger auf der Internetseite des BSI auf eine vertrauenswürdige Software verlinkt:

http://www.bsi-fuer-buerger.de/toolbox/tb13.htm


[Spybot - Search & Destroy]

Ich hab mir das Programm gleich mal runtergeladen, installiert und ausprobiert. Es hat ganz gut geklappt, Probleme hat es zwar keine gefunden, aber davon bin ich auch nicht ausgegangen. Wer verantwortungsbewußt mit dem Internet umgeht und nur Emails von bekannten Absendern öffnet, der kann sich eigentlich auch keinen lästigen Trojaner oder andere Bazillen einfangen.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Säbelrasseln & Enterhaken

Lange Zeit hatte ich Sie für ausgestorben gehalten. Doch seitdem ich selbst auf See unterwegs bin, weiß ich, daß es sie tatsächlich noch gibt: Piraten. Die Meinungen gehen stark auseinander: sind Piraten wirklich so gefährlich wie man sie sich vorstellt? Ist die Häufigkeit von Piraterie deshalb so hoch, weil einfach jeder Einbruch und Diebstahl auf einem Schiff - selbst wenn es sich im Hafen befindet - als Piraterie bezeichnet wird?

[http://www.icc-ccs.org/extra/display.php]

Vor allem im Golf von Aden haben Übergriffe von Piraten in den letzten Monaten zugenommen. Die Übernahme einer französischen Segelyacht im Golf von Aden im April 2008 durch Piraten hat für Schlagzeilen gesorgt. Wird ein Schiff auf See attackiert, so geschieht dies häufig im Morgengrauen. Genau dann, wenn man nicht damit rechnet und alle Besatzungsmitglieder - außer dem wachhabenden Offizier - schlafen. Piraten nähern sich mit ihren Booten meist von hinten an und kommen dann mit Hilfe von Enterhaken an Bord. Yachten mit niedrigen Schwimmplattformen am hinteren Ende sind ein besonders leichtes Opfer. Sind die Piraten einmal an Bord, so wird die Kommandobrücke unter Kontrolle gebracht. Im Vordergrund steht allermeist eine Entführung des Schiffes mit anschließender Lösegeldforderung. Statistisch gesehen werden Yachten auf See nur sehr selten von Piraten angegriffen. Vermutlich gehen Piraten davon aus, dass diese Luxusschiffe auf Überfahrten von schwerbewaffnetem Sicherheitspersonal begleitet werden. Frachtschiffe fallen Piraten am häufigsten zum Opfer. Ich selbst hab in den letzten Jahren 4 mal den Golf von Aden durchquert. Das Wetter war immer schlecht und die See rauh. Für kleine Piratenboote sind hohe Wellen auf der Jagd nach großen Schiffen ein großer Nachteil. Schlechtes Wetter auf See hat also auch seine Vorteile.

Montag, 21. Juli 2008

Kugelfuhr und Mundpropaganda

Seit mehreren Jahren ist Kugelfuhr der absolute Renner unter den Brettspielen. Auf Familienfesten, Freizeiten und auf Spieleabenden findet das Spiel stets neue Freunde. Die selbstgebauten Spielfelder sind höchst kreativ und keines ist wie das andere. Während meinem letzten Heimaturlaub hab ich auch ein paar Bretter gebaut, die kurz darauf weggingen wie warme Semmeln.Das Spiel ist eigentlich recht einfach zu verstehen. Die Regeln werden zumeist per Mundpropaganda weitergegeben und mir noch nie eine zu Papier gebrachte Spielanleitung begegnet. Deshalb werd ich an dieser Stelle einmal ein paar Regeln niederschreiben, die zumindest in meinem Freundeskreis so gelten. Anderswo mögen vielleicht andere Konventionen gelten und das ist ok solange man sich vor dem Spielstart auf die entsprechenden Regeln einigt.

Das Spiel funktioniert ähnlich wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, mit dem Unterschied, dass die beiden gegenübersitzenden Spieler zusammen spielen. Auf dem obigen Spielbrett spielen also Blau und Rot zusammen, Grün und Gelb bilden das zweite Team. Anstelle von Würfeln wird mit Rommékarten gespielt (52 Karten ohne Joker). Dabei haben die Karten folgende Bedeutung:
2zwei Felder vor
3drei Felder vor
4vier Felder zurück
5fünf Felder vor
6sechs Felder vor
7sieben Felder vor, dabei darf die Augenzahl auf beliebig viele eigene Kugeln verteilt werden. Alle übersprungenen Kugeln müssen rausgeschmissen werden
8acht Felder vor
9neun Felder vor
10zehn Felder vor
Assein Feld vor ODER 11 Felder vor ODER aus dem Haus rauskommen
Bubeeine eigene Kugel muss mit einer Kugel des Gegners oder des Mitspielers getauscht werden. Kugeln die noch im Haus sind und Kugeln die schon im Ziel sind, können nicht getauscht werden. Eine Tauschkombination darf erst nach einer vollständigen Spielrunde von einem anderen Spieler wieder zurückgetauscht werden.
Damezwölf Felder vor
Königdreizehn Felder vor ODER aus dem Haus rauskommen

  • Da das Spiel in Teams gespielt wird, kann ein Team nur gewinnen, wenn beide Spieler des Teams alle Kugeln in ihr Ziehl gebracht haben.

  • Alle 52 Karten werden innerhalb drei Spielrunden verbraucht. Dazu erhält jeder Spieler in der ersten Runde 5 Karten und in der zweiten und dritten Runde jeweils 4 Karten. Wurden alle 52 Karten gespielt, so werden die Karten gemischt und es beginnt die nächste Runde - wieder mit 5 Karten für jeden Spieler.

  • Zu Beginn jeder Runde tauschen die verbündeten Spieler eine Karte verdeckt aus. Dabei kann man dem Mitspieler entweder eine Karte geben, die man selbst nicht gebrauchen kann, oder eine Karte, die der Mitspieler besonders gut gebrauchen könnte. Beim Tauschvorgang dürfen sich die Spieler jedoch nicht beraten. (Weder verbal noch mit Zeichensprache oder anderen Tricks).

  • Nach dem Tauschvorgang beginnt der Spieler links von dem, der die Karten geteilt hat. Es wird im Uhrzeigersinn gespielt. Die Spielrichtung auf dem Spielfeld ist auch im Uhrzeigersinn. Sprich, wenn 3 Felder "vorwärts" gegangen wird, bedeutet das 3 Felder im Uhrzeigersinn.

  • Wer alle Kugeln im Haus hat und weder Ass noch König auf der Hand, kann seine Karten weglegen sobald er an der Reihe ist. Für ihn ist die Runde damit gelaufen.

  • Sitzt ein Spieler mit einer Kugel auf dem schwarzen Feld vor seinem eigenen Haus, so darf die Kugel weder rausgeschmissen, noch übersprungen, noch weg getauscht werden.

  • Auf den 4 Zielfeldern darf ein Spieler keine Kugel überspringen. Alle 4 Kugeln müssen nacheinander bis ganz ins Ziel hinein gelaufen werden. Notfalls mit mehreren Einzelschritten (Ass) oder mit einer 7.

  • Sobald ein Spieler alle 4 Kugeln im Ziel hat, darf mir mit den Kugeln seines Mitspielers laufen.

  • Grundsätzlich gilt: Es muss immer gelaufen werden. Selbst wenn ein Spielzug zum eigenen Nachteil werden könnte, darf eine Karte nicht "abgeworfen" werden.

Aus den obigen Regeln setzt sich das Spiel zusammen. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, wie spannend und unterhaltsam das Spiel ist. Es kommt nicht selten vor, dass ein Team, dessen Spielsituation gerade noch auswegslos aussah, wenige Runden später das Spiel gewinnt. Ein ganzes Spiel dauert im Spiel zwischen 30 und 45 Minuten, es gibt jedoch auch Ausnahmen von über einer Stunde. Wer einmal gespielt hat, spielt immer wieder!

Samstag, 19. Juli 2008

Top oder Flop?

Als ich vor zwei Wochen im Internet auf das untenstehende Foto stieß, blieb mir "die Spucke weg". Auf was für einen toll designten Hubschrauber war ich denn da gestoßen? Sämtliche Gelenke, der Rahmen und die Präzisionsteile waren aus Aluminium, dazu Glasfaserrotorblätter, ein LiPoly-Akku und weitere hochwertige Besonderheiten. Natürlich fragte ich mich gleich, was dieser bis ins kleinste Detail getunte Modellhubschrauber wohl kosten würde. Ich rechnete mit 1500 bis 2000 Euro für ein flugbereites Expemplar.

[Foto Quelle: www.gtoys.de]

Ich scrollte auf der Internetseite des Herstellers (www.gtoys.de) weiter nach unten und dann verschlug es mir erst recht die Sprache: 449 Euro für ein komplett flugbereites Paket, inclusive Aluminiumtransportkoffer, Batterien, Ladegerät und Fernsteuerung. Das war ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn ich zu Hause nicht schon zwei Hubschrauber an der Decke hängen hätte, dann würde es mir sehr schwer fallen, bei diesem Angebot nicht direkt zuzuschlagen. Denn außer der Tatsache, daß der Hubschrauber mit seinem äußerst geringen Abfluggewicht von 630 Gramm und einem Rotordurchmesser von 62 cm recht klein ist, fällt mir an dem Angebot nichts negatives auf. Die Ersatzteile scheinen auch recht günstig zu sein. Gerne würde ich mehr über das Flugverhalten des kleinen Monsters erfahren, doch dazu konnte ich im Internet bislang nichts finden. Vermutlich ist er aufgrund seiner Leichtigkeit und geringen Größe recht agil und windanfällig, was einem Anfängerpiloten sicher etwas Schwierigkeiten bereitet. Trotzdem, ich bleibe neugierig und freue mich bezüglich dieser Entdeckung über Feedback jeglicher Art.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Illuminati - Angels & Demons

Im Jahr 2004 hatte ich mir für die 20.000 km lange Überfahrt von Marseille nach Syndey wieder ein Buch von Dan Brown besorgt. Diesmal wollt ich ein Buch auf English lesen, um meinen Wortschatz etwas zu erweitern. Ich war davon ausgegangen, dass ich recht lange an "Angels & Demons" lesen würde, doch schon nach wenigen Seiten hatte mich Dan Brown an sein Buch so sehr gefesselt, dass ich jede freie Minute zum Lesen nutzte. Nach nicht einmal einer Woche auf See war das Buch durch und das ausgeklügelte Verschwörungsabenteuer hatte ein Ende. Mir scheint, der einzige Nachteil an Dan Browns Bücher ist, dass der Spaß am Lesen nur von kurzer Dauer ist - bis zur letzten Seite eben. Meiner Meinung nach ist "Illuminati" das beste Buch von Dan Brown. Danach kommt "Sakrileg", dann "Meteor" und dann "Diabolus". Alle vier Bücher sind absolut lesenswert. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Buch.

Dienstag, 15. Juli 2008

Kamikaze oder Übermut

An Weihnachten 2004 leistete ich mir meinen ersten ferngesteuerten Helicopter, einen Raptor 60 der Firma Thundertiger. Als ich Mitte Januar wieder von Deutschland aus zurück nach Sydney fliegen mußte, war auch mein neuer Hubschrauber im Gepäck - mein Gepäck bestand ausschließlich aus meiner kompletten Hubschrauberausrüstung. Alles andere wäre zu schwer geworden und ich hätte beim Einchecken Strafe zahlen müssen. Außerdem hatte ich vor meinem Deutschlandurlaub noch einige Sachen an Bord zurückgelassen.

Kaum hatte ich in Australien die ersten Flugversuche hinter mit, da packte die Begeisterung für den Modellflug auch Dave, meinen Arbeitskollegen. Dieser wollte doch zu Beginn nur in ein kleines Flugzeug investieren, was sehr viel günstiger ist als ein Helicopter. Nach drei Wochen Zusammenbauen war sein Modell bereit zum Erstflug. Inzwischen hatte er auf meinem Reflex-Flugsimulator etwa schon 50 Flugstunden hinter sich gebracht und was das Starten und Landen angeht war er sehr sicher geworden - vielleicht sogar zu sicher:


Mit seinem völlig übermotorisierten Trainermodell flog Dave im Five Dock Stadtpark von Syndey gleich von Anfang an verschiedenste akrobatische Figuren, landete und startete mehrere Male erfolgreich ohne Probleme. Über die Effektivität des Simulatortrainings erstaunt, packte ihn dann doch der Übermut und er zerlegte sein Flugzeug im Erstflug in einem absoluten Kamikazeabsturz. Die Zuschauer entgingen dabei nur knapp einem Disaster.

Sonntag, 13. Juli 2008

günstig Abstürzen

Die Zahl meiner Hubschrauberabstürze liegt in der Zwischenzeit mit Sicherheit im oberen dreistelligen Bereich. Aber das macht mir gar nix aus, denn so günstig wie im Simulator läßt es sich sonst nirgends auf der Welt abstürzen. Deshalb ist eine Simulatorsoftware nicht nur für einen Anfänger im Flugmodellsport, sondern auch für Fortgeschrittene und Profis eine super Möglichkeit, Grundlagen und neue Tricks zu erlernen. Da zur Simulation eine echte Fernsteuerung am Computer angeschlossen wird (kein Joystick), ist das Flugverhalten der Flugmodelle extrem realitätsnahe. Auch die Szenerie ist sehr realistisch.

Es gibt verschiedene Simulationsprogramme, aber am liebsten übe ich mit meiner Refelx-Software. Sie ist in der Modellsportszene sehr bekannt und beliebt (sowohl für Flächenmodelle als auch für Helicopter). Im Internet gibt es viele Modelle zum Herunterladen, außerdem kann man auch selber Flugmodelle kreieren oder das Flugverhalten der Standardmodelle an das eigene Modell anpassen.

Fernsteuerungen verschiedener Hersteller (Graupner, Sanwa, Futaba,...) haben unterschiedliche Lehrer-Schülerbuchsen. Diese werden bei der Simulation dazu benutzt, um die Fernsteuerung mit dem Computer zu verbinden. Schon beim Kauf einer Simulations-Software muß deshalb darauf geachtet werden, daß der Simulationssoftware die passende Steckverbindung beigefügt ist.
Beim Kauf meines ersten Hubschraubers habe ich mich zur Anschaffung einer Simulationssoftware überreden lassen. Diese Entscheidung hat sich aber in der Zwischenzeit bei weitem gelohnt. Teilweise nehme ich sogar meine Fernsteuerung mit auf´s Schiff um bis zu meinem nächsten Heimaturlaub in Form zu bleiben.

Freitag, 11. Juli 2008

Meteor - Deception Point

Während meinem Kurztrip zur deutschen Botschaft in London im April mußte ich am Flughafen in London Heathrow knapp 8 Stunden auf den Abflug nach Stuttgart warten. Nachdem ich zwei Wochen zuvor Diabolus von Dan Brown fertig gelesen hatte, dachte ich mir, ein weiteres Dan Brown Buch wäre eine gute Möglichkeit mir die Wartezeit zu verkürzen.
Ich besorgte mir also im Flughafen "Meteor" (auf englisch: "Deception Point"). Abermals fesselte mich ein Buch von Dan Brown schon nach den ersten Seiten und als knapp 8 Stunden später der Flug in Richtung Stuttgart abflog, war das Buch schon bis zur Hälfte durch. Die Handlung ist sehr turbulent und unglaublich spannend. Das Ende ist wie gewohnt völlig unvorhersehbar. Die im Buch erläuterten Technologien sind etwas realistischer als in "Diabolus" und deshalb gefiel es mir etwas besser. Gespannt warte ich auf das nächste Buch von Dan Brown, denn die 4 bekanntesten Bücher (seit seinem Durchbruch mit Illuminati und Sakrileg) hab ich jetzt alle gelesen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Simsalabim

Hokuspokus eins zwei drei, ich wünsch mir einen Hubschrauber herbei! Doch woher soll er kommen? Aus der Luft, oder gar aus dem Boden - da wo gerade noch getanzt und gefeiert wurde?

Der im folgenden Video gezeigte Hubschrauberlift erinnert stark an einen James Bond Film. Ein Hubschrauber aus dem Boden zu zaubern ist mit einigem Aufwand vielleicht gerade noch machbar, doch was wenn die längste Seite der rechteckigen Öffnung im Boden um über 1 Meter kürzer ist als die Gesamtlänge der Helicopters? Dann muß richtig tief in die Trickkiste gegriffen werden.


Wie im Video in 4-facher Geschwindigkeit zu sehen ist, kann ein über 2 Tonnen schwerer und 10,96 Meter langer Hubschrauber auf einer 8 Tonnen schweren Stahl-Plattform mittels einer computergesteuerten Hydraulikanlage innerhalb weniger Minuten so sehr in die Schräglage versetzt werden, daß er durch ein 9,90 Meter langes Loch im Boden paßt.
Sobald der Hubschrauber auf Deck ist, werden die Rotorblätter gespreizt und die Kiste ist abflugbereit. Was will man mehr?

Montag, 7. Juli 2008

Der Nabel der Welt

...scheint für eine Großzahl der Amerikaner ihr eigenes Land zu sein. Denn wer sich selbst als Mittelpunkt der Welt sieht, der braucht nicht zu wissen was sich außerhalb abspielt.

Warum ich das behaupte? Weil ich beruflich beinahe täglich mit Amerikanern zu tun habe. Amerikaner wissen zum Beispiel nicht wo der atlantische oder pazifische Ozean ist, obwohl ihr liebes Vaterland zu beiden Ozeanen eine mehrere tausend Kilometer lange Küste hat. Außerdem liegt einer der vereinigten Staaten, nämlich Hawaii, mitten im Pazifik. Amerika ist so groß, da braucht man über den Rest der Welt doch wohl kaum Bescheid wissen... So zum Beispiel auch mit den Zeitzonen. Vielen Amerikanern (zumindest denen, mit denen ich beruflich zu tun habe) scheint es nicht einzuleuchten, dass es nicht auf der ganzen Welt gleichzeitig 18 Uhr am Abend ist. Denn sonst würde ich nicht immer wieder von meinen amerikanischen Kollegen zwischen 1 Uhr und 6 Uhr morgens per Telefon mit folgender Entschuldigung aus dem Schlaf gerissen werden: "Also hier in Californien ist es gerade mal 18 Uhr abends, bist Du da etwa schon im Bett?" Daß wir in Mitteleuropa zu diesem Zeitpunkt schon 10 Stunden weiter sind, scheint schier unbegreiflich.

Doch zum Glück gibt es auch Ausnahmen. Eine davon ist mein guter Freund Joel den ich während meiner DTS in Kona auf Hawaii kennengelernt habe. In unserer Abenteuerlust und der Freude am HERRN haben wir unseren größten gemeinsamen Nenner gefunden und schon unglaublich viel zusammen erlebt.Anfang Oktober wird er in Californien heiraten. Carolyn und ich sind zur Hochzeit eingeladen und wir freuen uns schon richtig darauf, das erste Mal gemeinsam ins Flugzeug zu steigen, unterwegs in Richtung "Nabel der Welt".

Samstag, 5. Juli 2008

Aller Anfang ist schwer

Eine gewisse Technikbegeisterung sollte jeder Neueinsteiger mit sich bringen. Denn wenn man das Hobby "Modellhubschrauber" mit etwas Abstand betrachtet, so besteht es zu maximal 30% aus Prozent aus reiner Flugzeit. Der Rest besteht aus Schrauben, Einstellen, Optimieren, Programmieren, Batterienladen und Reparieren.
Das Steuern eines Hubschraubers ist erst dann möglich, wenn man weiß, was die Bewegungen der einzelnen Servos aerodynamisch bewirken. Jede Bewegung eines Servos hat sogleich Auswirkung auf mehrere andere Servos und wenn man diese Kettenreaktionen nicht erwartet und in Echtzeit gegensteuert, dann enden erste Flugversuche immer mit Bruchlandungen.

Ein ferngesteuerter Modellhubschrauber hat lange Zeit als Ding der Unmöglichkeit gegolten, eben weil ein Hubschrauber so ein komplexes Gebilde darstellt. Dieter Schlüter, ein deutscher Ingenieur hat dann 1970 das bis dahin Unmögliche möglich gemacht.
In seinem äußerst genialen Buch gibt Dieter Schlüter einen exzellenten Einstieg zum Thema Hubschrauber. Sämtliche im Buch vermittelte Theorie gilt sowohl für Hubschrauber in Lebensgröße als auch für die ferngesteuerten kleineren Geschwister. Das Buch ist schon etwas älter aber aufgrund seiner hohen Qualität wurde es im Jahr 2004 schon zum 13. Mal neu aufgelegt. Die Photos sind in schwarz-weiß und die Kleidung der abgelichteten Piloten sind äußerst amüsant. Die Theorie weshalb ein Hubschrauber fliegt und wann er abstürzt ist jedoch immer noch die selbe wie vor 30 Jahren.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Sakrileg - The Da Vinci Code

Ein saumäßig spannendes Buch, noch besser als der gleichnamige Kinofilm. Sakrileg ist das erste Buch von Dan Brown das ich gelesen habe, obwohl "Illuminati" schon vorher erschienen war. Die Verwirrung war zunächst groß, denn ich brachte den englischen und deutschen Buchtitel stets durcheinander. Die ganze englischsprachige Welt sprach vom "Da Vinci Code", dem unglaublich spannenden Buch mit einem sehr explosiven Inhalt. Ich brauchte längere Zeit bis ich verstanden hatte, dass ich das Buch schon längst unter dem Namen "Sakrileg" gelesen hatte.
Das Buch ist super kurzweilig geschrieben, Dan Brown schreibt in vielen kurzen Kapitel mit zahlreichen Szenenwechsel. Der Inhalt ist exzellent recherchiert und die Zusammenhänge sowie die nahegelegten Schlußfolgerungen sind verblüffend. Trotzdem muß man vorsichtig sein, welche Schlüsse man aus dem Buch zieht. Es ist sehr einfach hinter jeder Ecke eine Verschwörung zu vermuten. Der Stoff des Buches wurde von vielen Christen angeprangert, sogar der Vatikan hat darauf reagiert. Meinen eigenen Glauben hat das Buch eher gestärkt als geschwächt. Ich empfehle es jedem weiter!

Dienstag, 1. Juli 2008

Das Kind im Manne

Vom "Kind im Manne" ist meist dann die Rede, wenn eine Frau die Technikbegeisterung eines beliebigen oder ihres eigenen Mannes nicht nachvollziehen kann. Oftmals schwingt bei dieser Aussage leider ein spöttischer Unterton mit. Ich bin wirklich sehr froh, dass Carolyn mit meiner Begeisterung für Hubschrauber so gut umgehen kann. Denn ich finde große Hubschrauber wie auch die kleinen ferngesteuerten Geschwister unglaublich faszinierend.

Eurocopter AS355 (Twin Engine)

Vor etwa 4 Jahren, als ich den ersten hautnahen Kontakt mit einem echten Hubschrauber (Foto oben) hatte, packte mich die Faszination. Nach mehreren Rundflügen wollte ich genau wissen, wie und warum genau diese Kunststoff-Aluminium-Titan-Carbonkisten fliegen.

Eurocopter EC 155 (Twin Engine)

Bald kam mir die Idee, meine ganzen Fragen am Modell zu untersuchen. Schließlich bekam ich nach dem Studium ja endlich ein festes Gehalt, und konnte mir den Einstieg ins Modellhubschrauberfliegen gut leisten. Die Erstinvestition ist relativ hoch. Ein guter Modellhubschrauber (mit Verbrennungsmotor) kostet inclusive allem Zubehör etwa so viel wie ein gutes Fahrrad. Nach der Erstanschaffung sind dann nur noch Ausgaben für den Treibstoff fällig - es sei denn es fällt nach einem Absturz eine Reparatur an.