Montag, 30. Juni 2008

3,2,1 - Dritter, Zweiter, ...

...Erster! Das haben wir uns alle für unsere Fußballer gewünscht. Aber es sollte nix werden. Ich konnte das Spiel leider nur übers Internet streamen und die Bildqualität war so miserabel, dass ich es erst gar nicht merkte als die spanischen Torreros mit 1:0 in Führung gingen. Als Deutschlandfan stand ich gestern Abend ziemlich allein auf weiter Flur. Alle außer einem meiner Kollegen (ein Australier, dessen Vorfahren aus Deutschland kamen) feuerten die Spanier an. Sie waren es wohl auch, die bei der Abstimmung auf meinem Blog die einzige Stimme für Spanien abgaben.

Die Niederlage hab ich erstaunlich gut überstanden, wohl auch deshalb weil Carolyn mich nach dem Spiel noch ein bissle am Telefon getröstet hat. Außerdem haben die Spanier einfach klasse gespielt. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann wäre es mir fast peinlich gewesen, wenn die Deutschen in der 90. Minute den Ausgleich geschossen und im Elfmeterschießen gewonnen hätten. Dazu hatten die Südeuropäer einfach zu lange zu gut gespielt.

Der Blick geht nach vorne, wie unsere Bundes-Angie auch schon angemerk(el)t hat: Vor zwei Jahren Dritter, dieses Jahr Zweiter, dann müssen unsere Kicker in Südafrika einfach Erster werden. Ich sag mir da nur: "Lieber Erster bei der WM als Erster bei der EM!"

Donnerstag, 26. Juni 2008

Ein ganzes Jahr Verliebtsein

Unglaublich! Ein ganzes Jahr ist es nun schon her seit meinem Langhans´schen Älblerurlaub in Gerstetten auf der schönen Schwäbischen Alb, da wo die Hälfte meiner Verwandtschaft herkommt.

Erdbeerpflücken und Kuchenbacken, Sahneschlagen und Terrasse betonieren, Garten Umgraben und Holzspalten, Joggen und Fußballspielen standen mehr als nur einmal auf dem Tagesprogramm. Und dann war da ja noch...




die CAROLYN! Unser "Tächtelmächtel" hatte schon im Februar begonnen, zunächst ganz geheim, aber im Juni war unsere gegenseitige Zuneigung dann unübersehbar. Aus stundenlangen Telefonaten wurden stundenlange Spaziergänge, aus gepflückten Erdbeeren wurden Erdbeerkuchen und aus zwei dicken Freunden wurden zwei hochgradig Verliebte.

Seit dem 26. Juni 2007 sind wir jetzt schon zusammen und nach wie vor unglaublich verliebt. Wenn wir nicht gerade Skypen, dann besucht Caro mich wo immer ich grad bin. Ganz nebenbei schmeißt Caro noch ihr Studium und ich kann gar nicht glauben wie sie das alles unter einen Hut kriegt. Carolyn ist einfach ganz große Klasse und ich liebe sie sehr!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Korallen und Schnorchelratten

Nachdem ich wegen dem Tauchvideo aus meinem letzten Post von verschiedenen Seiten teils ordentlich Gegenwind bekam, muß ich mich heute kurz erklären. Als leidenschaftliche Schnorchelratte brech ich natürlich keine Korallen ab und nehm diese etwa als Andenken mit nach Hause. Das Stück Koralle in dem Video soll lediglich illustrieren was passiert, wenn große mit Touristen beladene Boote zu nahe ans Riff heran fahren und ihren Anker völlig rücksichtslos auf riesige Korallenköpfe werfen. Unter Wasser sieht das dann aus wie auf einem Schlachtfeld.
Das Stück Koralle aus dem Video hab ich beim nächsten Tauchgang übrigens wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück gelegt. Keine Sorge also, der Proffurthi ist kein Korallenklauer :-)

Dienstag, 24. Juni 2008

unkaputtbar aber kaputt

Es war mir schleierhaft wie das passieren konnte. Nach mehrwöchigem Warten war während meines Aufenthaltes auf den Seychellen endlich meine - laut der Olympus Webseite - unkaputtbare Digitalkamera u770sw per Post angekommen. Täglich ging es mit der neuen u770sw zum Schnorcheln. Das tolle an den Olympus Kameras der "sw" Serie ist nämlich, dass sie stoßfest und bis zu einer Tiefe von 10m wasserdicht sind.

Doch nach etwa 4 Wochen und einigen Tauchgängen fing die Kamera an zu spinnen. Sie schaltete sich selbst ein und aus, völlig zufällig, so lange bis die Batterie leer war. Der Grund dafür war, dass in das wasserdichte Gehäuse Wasser eingedrungen war und den Hauptschalter durch Korrosion außer Gefecht gesetzt hatte. Die unkaputtbare Kamera war also kaputt, unbenutzbar, Schrott. Und das obwohl ich stets genau der in der Gebrauchsanweisung vergeschriebenen Pflege der Kamera gefolgt war: Nach jedem Unterwassereinsatz nahm ich die Kamera mit unter die Dusche, spülte das Salzwasser ab und ließ sie anschließend noch ca. 10 Minuten im Waschbecken im Wasser liegen. Danach wurde sie abgetrocknet und dann erst geöffnet um die Bilder herunterzuladen.

Durch die defekte Kamera war noch ein ganz anderer Traum geplatzt. Nämlich der, meine neue stoßfeste Kamera an meinen funkferngesteuerten Hubschrauber zu schrauben und nach meiner Rückkehr in die Heimat Luftaufnahmen über Stammheim und Umgebung zu machen. Nach der ersten großen Enttäuschung entschied ich mich, die Kamera nach meiner Rückkehr nach Deutschland an den deutschen Kundenservice von Olympus zu schicken. Dabei war ich von der Olympus-Homepage sofort beeindruckt. Mit Hilfe der Seriennummer meiner Kamera konnte ich den Reparaturstatus stets online abfragen. Zu meiner großen Freude wurde mir 3 Wochen nach der Einsendung meiner u770sw eine nigelnagelneue u1030sw zugesandt - kostenlos. Auch die Serviceabteilung von Olympus hatte erkannt, dass die Kamera nicht mehr zu retten war und meine kaputte Kamera mit einem besseren Modell ersetzt (u1030sw, 10 Megapixel). Natürlich war die Enttäuschung danach schnell verflogen. Die neue Kamera hatte ein paar weitere nützliche Features, die bei meinen geplanten Luftaufnahmen sehr von Nutzen sein sollten.

Das Manometer funktioniert nicht nur unter Wasser, sondern auch in der Luft. Ständig kann die Höhe über NN abgelesen und mit jedem Foto abgespeichert werden. Außerdem verfügt die 1030sw gegenüber ihrem Vorgängermodell 770sw über ein Programmwahlrad, das sehr zur erhöhten Benutzerfreundlichkeit beiträgt.

Montag, 23. Juni 2008

Diabolus - Digital Fortress

Bücherladen haben eine besondere Athmosphäre. Vermutlich ist es der Geruch der frisch gedruckten Bücher der mich dort zum Lesen anregt. Als ich während meinem letzten Urlaub für meine Schwester ein Buch über Logopädie aus einer Calwer Buchhandlung abholte, überkam mich eine regelrechte Leselust. Mir war nach etwas spannendem, nach einem Buch das man nur ungern zur Seite legt. Ein Buch das einen so in die Handlung hineinzieht, dass man es nach wenigen Tagen schon durchgelesen hat. Ein Buch das auf jede S-Bahnfahrt, zum Arzttermin, ins Bett und auch aufs Klo mitgenommen wird.
Als ich dem Verkäufer meinen Anspruch an mein Wunschbuch erklärte, war ich nicht überrascht, als er mir ein Buch von Dan Brown vorschlug. Denn von Dan Brown hatte ich schon die Bücher "Sakrileg" und "Illuminati" gelesen. Weil beide zuvor gelesenen Dan Brown Bücher meinen Ansprüchen gerecht geworden waren, war die Entscheidung schnell gefällt. "Diabolus" sollte mich in den nächsten Tagen auf Schritt und Tritt begleiten. Das geniale an Dan Brown´s Bücher ist, dass sie äußerst kurze Kabitel haben - in der Regel zwischen einer halben Seite und 10 Seiten. Und bei so kurzen Kapiteln und Sinnzusammenhängen ist es sehr einfach, auch in kürzesten Pausen schnell ein Kapitel zu lesen.
Das Buch war spannend zu lesen und immer wieder lagen Carolyn und ich auf dem Sofa und ich laß ihr vor. Noch ein Kapitel und noch ein Kapitel. Das Ende ist wie immer bei Dan Brown nur schwer bzw. gar nicht abzusehen. Die Geschichte ist spannungsgeladen, manchmal etwas futuristisch, und die Fakten sind sehr gut recherchiert. Vor allem für Leute die nur sehr ungern lesen sind Bücher von Dan Brown der Ideale Einstieg um den Spaß am spannenden Thriller zu entdecken.

Sonntag, 22. Juni 2008

4 Stunden in Rom...

...ist wirklich nicht sehr viel Zeit für so eine große Stadt. Aber mehr Zeit stand uns heute einfach nicht zur Verfügung. Trotzdem haben wir (Gerry und ich) jetzt wo wir wieder an Bord sind das Gefühl, das beste aus der kurzen Zeit gemacht zu haben. Gleich zu Beginn ging es zum Kolosseum, wo sich große Menschenmassen (hauptsächlich Amerikaner) darum bemühten, einen Blick ins Innere zu werfen.

Wir konnten es uns aber nicht leisten in der Schlange zu stehen, sind deshalb einmal außen herum und weiter in Richtung Petersdom. Auch hier waren wieder tausende von Menschen und wir begnügten uns mit der Außenansicht. Links vom Petersdom trafen wir einen deutschen Augustinermönch, der bereits seit 53 Jahren im Vatikan lebt. Ein bißchen später unterhielten wir uns dann noch mit einem 83-jährigen Deutschen, der nach Italien gekommen war, um die Kriegsgräber seiner Freunde aus dem 2. Weltkrieg ein letztes Mal in seinem Leben zu besuchen.

Ein weiteres Highlight mit dem wir gar nicht gerechnet hatten, war der Auftritt meines Landsmannes Benedikt. Ich glaub der hatte bemerkt dass ich auch da war und hat seinen Segen spontan auch auf deutsch gesprochen. Sein Auftritt war gut, die Akustik auf dem riesigen Freigelände ausgezeichnet und seinen bayrischen Akzent hat man ihm auch nicht angemerkt.

Zwischendurch ging´s zweimal zum Eisessen. Italienische Eisbuden sind einfach unwiderstehlich! Die römischen Preise für eine Kugel Eis sind zwar etwas übertrieben, aber an so einem Tag wollten wir nicht unsere Zeit mit Preisverhandlungen verschwenden. Trotzdem muß ich hier anmerken, dass die Calwer Eisdielen auch wirklich gutes Eis anbieten - das Preis-Leistungsverhältnis ist im großen und ganzen sogar besser.

Ganz erstaunt war ich, als ich das italienische Pendant zum Rußpartikelfilter gesehen habe. Italiener filtern anscheinend keinen Ruß, sondern Pferdeäpfel. Damit die Motoren der Kutschen - die Pferde also - nicht die Straßen der Metropole verschmutzen, fallen die frisch "gelegten" Äpfel direkt in eine am Gesäß hängende "Apfeltasche".

Für alle weiblichen Besucher meines Blogs mußte ich natürlich noch den wohl am kreativsten eingerichteten italienischen Schuhladen ablichten. Schaut ihn euch an! Sind die Regale nicht genial? Welcher Mann will da nicht gleich mit in den Laden gehen?
Am späten Nachmittag waren wir bereits wieder an Bord. Das viele Laufen hat sich sehr gelohnt, Gerry und ich waren froh, dass wir die Hetze auf uns genommen hatten und in der kurzen Zeit wenigsten ein paar der vielen Highlights Roms gesehen zu haben. Mit einem leichten Sonnenbrand im Gesicht und so einem erlebnisreichen Sonntag läßt es sich am Montagmorgen leichter anfangen zu arbeiten.

Samstag, 21. Juni 2008

wieder auf Achse...

Gerade erst im kommerziellen Hafen von Rom angekommen und angelegt, da wird die Entscheidung gefällt: Hier ist es zu schmutzig. Während der Einfahrt und der Vorbeifahrt an den anderen Passagierschiffen wurden wir mit einer schwarzen Schicht Asche aus den Schornsteinen der großen Schiffe bedeckt. "Independence of the Seas" ist zwar das größte und modernste Kreuzfahrtschiff, jedoch werden die Hauptmaschinen und die Generatoren mit Schweröl betrieben - vermutlich aus Kostengründen. Dementsprechend sind die Abgaswolken dunkelschwarz und unübersehbar undurchsichtig.

Im Moment sind meine Kollegen dabei, das ganze Schiff (heute schon zum zweiten Mal) von oben bis unten mit Wasser abzusprühen, damit sich der Ruß nicht im Lack und im frisch abgeschliffenen Teakholz festsetzt. Die Rußflocken waren im Durchschnitt etwa 3-5mm groß und vertrugen sich einfach nicht mit dem weißen Lack.

Uns blieb also nichts anderes übrig, als den Hafen wieder zu verlassen und weiter in Richtung Süden zu fahren, näher an Rom heran. Dort werden wir dann vor Anker sein, sofern es das Wetter zuläßt.

...um den Stiefel herum

51 Stunden und 36 Minuten haben wir für die Strecke südlich um den italienischen Stiefel herum von Corfu nach Rom gebraucht. Bei einer Gesamtstrecke von 1103 km sind das im Schnitt ungefähr 21,4 km pro Stunde. Die Fahrt war verhältnismäßig ruhig. Trotzdem war mir vor allem während den ersten 24 Stunden immer wieder schlecht. Das ist immer so wenn ich nach längerer Zeit wieder mit dem Schiff unterwegs bin. Die ersten ein oder zwei Tage braucht mein Körper einfach um sich an die Wellen und die Bewegung des Schiffes zu gewöhnen, danach geht es gut.
Im kommerziellen Hafen von Rom angekommen (ca. 70km von der Stadtmitte entfernt), fuhren wir dann am derzeit größten Passagierschiff der Welt vorbei. Es heißt "Independence of the Seas" und ist 342m lang.

Gleich daneben war ein weiteres bekanntes Segelschiff gedockt. Es ist 118m lang, hat 5 Masten und heißt "Royal Starclipper". Unser Lotse hat gemeint, Roms Hafen sei der betriebsamste Hafen im Mittelmeer. Hier fahren tagtäglich noch mehr Schiffe ein und aus als in Marseille oder Barcelona.
Meine letzte größere Fahrt (19 Tage non-stop) war im Dezember 2007 von Marseille aus zu den Seychellen. Auf den Seychellen unternahmen wir dann im Februar und März 2008 nur kürzere Tagestouren und das Meer war meistens sehr ruhig. Schlechtes Wetter haben wir vor allem immer im Golf von Lyon (südwestlich von Marseille), im Roten Meer, im Golf von Aden, im nördlichen Teil des indischen Ozeans und auf dem Atlantik im Golf von Biskaya. In jedem Gewässer gibt es auch eine oder mehrere ruhige Perioden im Jahr, während denen die Wellen nicht so hoch sind und der Wind nicht so stark. Allerdings war es in den letzten beiden Jahren so, dass wir bei der Reiseplanung auf diese Gutwetterperioden nicht warten konnten, weil unser Reiseplan einfach sehr vollgepackt war.

Schwarze Chinesen...

...gibt es seit vorgestern in Südafrika. Nachdem vor vielen Jahren die Apartheit in Südafrika abgeschafft und ein Gesetz zur Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen angeschafft wurde, hat das höchste Südafrikanische Gericht vorgestern ein weiteres Gesetz verabschiedet. Wiederum geht es um die Rassenfrage. Allerdings steht diesmal die Gleichberechtigung der in Südafrika geborenen Chinesen im Mittelpunkt.
Anstatt das oben erwähnte Gleichberechtigungsgesetz für Schwarze und Weiße so zu erweitern, dass es auch Menschen anderer Herkunft - z.B. Chinesen - mit einbezieht, entschieden sich die Richter für folgende Lösung: per Gesetz gelten seit vorgestern alle in Südafrika geborenen Chinesen als Schwarze. Und damit ist das ursprüngliche Gleichberechtigungsgesetz auch für in Südafrika geborene Chinesen gültig.
Da fragt sich der Rest der Welt natürlich: "Warum einfach wenn es auch umständlich geht?"

Freitag, 20. Juni 2008

Einmal um die Welt

Noch als Abiturient träumte ich davon, einmal mit einem Flugzeug ganz weit fort zu fliegen. Nie zuvor in meinem Leben war ich in einem Flugzeug gesessen. Zwar hatte ich mich in der 10. Klasse für einen Schüleraustausch nach Kalifornien beworben, bekam jedoch recht schnell eine Absage. Unter den Bewerbern waren einfach zu viele Schüler mit besseren Noten und die sollten ganz offiziell für den Austausch bevorzugt werden. Quasi als Auszeichnung für gute schulische Leistungen.

Deshalb ist es leicht zu verstehen, dass meine erste Reise nach dem Schulabschluß nicht lange auf sich warten ließ. Gleich im Sommer 1999 ging es 6 Wochen nach Thailand, Malaysia und Singapore. Die Reise hatte mir so gut gefallen, dass es für mich feststand, nach meinem BA-Studium unbedingt wieder zu verreisen. Und so ging es drei Jahre später für 5 1/2 Monate nach Hawaii und Fiji. Dort hat mich das Reisefieber und die Abenteuerlust erst recht gepackt. Durch meine auf Hawaii erweiterten Englischkentnisse wurde das Reisen in fremde Länder noch viel einfacher. Trotzdem, worauf ich mich eingelassen hatte, als ich nach abgeschlossenem Studium im September 2003 meine Arbeitsstelle auf der M.Y. Ilona antrat, war mir nicht bewußt.

Im Schneckentempo geht es seither mit 25km/h auf dem Seeweg um die Welt. Die längste Tour dauerte 7 Monate: Von Marseille über Gibraltar, Barbados, Panama, Tahiti, Neukaledonien, Australien, Weihnachtsinsel, Seychellen wieder zurück ins Mittelmeer. Seit 2003 hab ich über 800 Tage auf See verbracht. Dabei ist es mir schleierhaft wie ich es immer wieder 12 oder 13 Tage am Stück ohne einen Flecken Land zu sehen, aushalte. Trotzdem ist es immer wieder zu schaffen. Vielleicht ist das gute Wetter weit auf dem Meer draußen ja ein kleiner Bonus, der das Gemüt aufhellt und immer wieder die Trübsinnigkeit vertreibt. Vielleicht ist es aber auch die Vorfreude auf den nächsten Heimaturlaub, die motiviert.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Queensland vs NSW

Heute morgen bin ich kaum aus meinem Bett gekommen. Mein Rücken war steif wie ein Bügelbrett vom gestrigen Lokalderbie. "Forcing back" ("Zurückdrängen" auf deutsch) nennt sich das australische Spiel, das man auf einem 100 x 100 Meter großen Kricketfeld spielt. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Dabei besteht die Aufgabe darin, den Spielball - ein Rugby-Ei - in das Tor (ein ca. 4 x 4 Meter großer Bretterverschlag) am gegnerischen Ende des Spielfeldes zu kicken.

Abwechselnd kicken die Mannschaften das Rugby-Ei so weit sie können in Richtung Gegner. Fängt dieser den Ball, so darf er 5 Schritte vorwärts laufen, läßt er den Ball fallen, so geht es 5 Schritte rückwärts. Die beiden Mannschaften versuchen sich Stück für Stück in die gegnerische Spielhälfte vorzuarbeiten und dann auf´s Tor zu schießen.

Für den gestrigen Tag hatten meine australischen Kollegen ein Spiel angesetzt: Queensland (Team ohne Stirnbänder) gegen New South Wales (Team mit Stirnbänder). Das ist ungefähr mit einem Spiel zwischen VFB Stuttgart und Bayern München zu vergleichen.

Weil das New South Wales Team (NSW ist der australische Bundesstaat in dem Sydney liegt) einen Spieler zu wenig hatte, wurde ich angefragt. "Auf einen Ball kann ich auch draufschlagen" hab ich mir gedacht und zugesagt.

Nachdem mir zunächst niemand zugetraut hatte, einen Ball kicken zu können, war der Überraschungseffekt gelungen und das Team New South Wales ging wenige Minuten nach Beginn des Spiels durch den Treffer von Derek (Erster Offizier) mit 1:0 in Führung.

Während dem größten Teil der ersten Halbzeit ging das Spiel auf das gleiche Tor, nämlich das vom Team Queensland. New South Wales baute enormen Druck auf, doch durch eine überragende Leistung von Queensland Stürmer Scott führten zwei aufeinander folgende Konterangriffe zum Halbzeitstand von 2:1 für Queensland. Die zweite Halbzeit war wieder sehr laufintensiv und langsam setzten auf beiden Seiten Ermüdungserscheinungen ein. Die Konzentration ließ nach und Bälle wurden schlecht gekickt bzw. nicht gefangen.

Queensland erhöhte wieder durch eine überragende Leistung von Scott auf 4:1 und New South Wales konnte erst kurz vor dem Spielende das 2:4 erzielen. Der Hauptgrund für die Niederlage des Teams aus New South Wales war die schlechte Chancenverwertung. 3 der 4 Tore von Queensland fielen durch Distanzschüsse aus dem zentralen Mittelfeld.

Trotz der Niederlage waren alle Spieler von New South Wales mit ihrer Laufleistung und dem Einsatz während des Spiels zufrieden: Immerhin knapp 6.5 km pro Spieler in sengender Hitze. Ein weiteres Spiel kann in diesem Jahr leider nicht mehr stattfinden, weil beide Teams am heutigen Tag in Richtung Rom abreisen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Lehrer - Hassen oder Lieben?

Einer angehenden Lehrerin das bekannte Lehrerhasserbuch von Lotte Kühn zu schenken, ist auf den ersten Blick wohl sehr provokant. Carolyn hat die Situation eigentlich ganz gut gemeistert, als sie (die angehende Realschullehrering für Mathematik, Physik und Biologie) dieses Buch von ihrem Cousin zum Geburtstag geschenkt bekam: Sie gab mir das Buch direkt zum Probelesen.

Ein paar Monate später, als ich endlich genug Zeit zum Lesen gefunden hatte, gab ich es an Carolyn zurück - mit der Empfehlung es auf jeden Fall auch zu lesen. Um genug öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen, hat die Autorin vieles in dem Buch überzeichnet, manchmal doch auch den Nagel auf den Kopf getroffen. Im großen und ganzen gibt das Buch einfach die Perspektive der Eltern wieder, die oftmals mit den Anforderungen der Lehrer hoffnungslos überfordert sind. Speziell wenn Eltern 2 oder mehrere Kinder gleichzeitig in der Schule haben und von mehreren engagierten Lehrern gleichzeitig zu stark zeitlich einbezogen werden. Aus der Sicht einer Lehrerin besteht eine Klasse also aus einer Menge von Einzelkindern, wohingegen Mütter mit mehreren Kindern nicht mehr mit Kuchenbacken, Klassenzimmerstreichen, Fensterbilderausschneiden usw. hinterherkommen.

Das Buch ist etwas holprig zu lesen und manchesmal reitet die Autorin zu oft auf den selben Problemen herum. Trotzdem ist es lesenswert für alle, die einmal Lehrer werden wollen, die schon lange Lehrer sind oder die eine angehende Lehrerin lieben - wie zum Beispiel ich.

Dienstag, 17. Juni 2008

Digitaler Trainingspartner

Seit über einem Jahr bin ich mit meinem Garmin Forerunner 305 höchst zufrieden. Der Forerunner ist ein super Gerät für alle die sich gerne an der frischen Luft bewegen. Sei es Fahrradfahren, Joggen, Wandern, Segeln oder beim Geo-Cacheing. Da die Uhr über einen Pulsmesser und einen hochpräzisen internen GPS-Empfänger verfügt, kann die zurückgelegte Strecke berechnet und zusammen mit der Herzfrequenz aufgezeichnet werden. Ich selbst habe nach längeren berufsbedingten Trainingspausen häufig das Problem, dass ich mich überschätze und mich bei den ersten Trainingseinheiten gleich totrenne, anstatt ausschließlich im aeroben Bereich zu bleiben. Deshalb benutze ich den Forerunner gerne um meine Herzfrequenz im Auge zu behalten. Außerdem macht es mir immer Spaß, meinen Fortschritt während den ersten Trainingseinheiten zu beobachten - die duchschnittliche Herzfrequenz geht dabei von Einheit zu Einheit langsam zurück und während einem Training steigt die Herzfrequenz langsamer an.


Mit dem Forerunner kann die geographische Position zu jedem Zeitpunkt bis auf wenige Meter genau bestimmt werden. Die Garmin Trainingcenter Software bietet ab Version 3.3 die Möglichkeit die Trainingsdaten direkt nach Google-Earth zu exportieren. Die neuste Version der Trainingcenter Software sowie viele weiter Informationen und Screenshots sind unter folgendem Link erhältlich: http://www.garmin.de Wie im obigen Bild unschwer zu erkennen ist, überlädt die Training Center Software die Google-Earth Ansicht geradezu mit Informationen. Jedes oben zu erkennende schwarz-weiße Quadrat stellt einen Datensatz (im 5 Sekundentakt) mit den wichtigsten Trainingsdaten dar. Einzelne Trainings können gut direkt vom Training Center nach Google-Earth exportiert werden. Bei mehreren zu exportierenden Trainings, bzw. wenn man alle Trainingseinheiten der Vergangenheit auf Google-Earth anzeigen will, dann stürtzt Google Earth aufgrund der großen Datenmenge (jede 5 Sekunden ein Meßpunkt) ab.

In älteren Versionen der Trainingcenter Software konnten die Trainingsdaten ausschließlich mit Hilfe eines kleinen Konvertierungsprogrammes (foreconv.exe für Windows von http://www.goldmann.de) konvertiert und dann in Google-Earth importiert werden. Da Goldmann dieses Programm nicht mehr zum Downloaden anbietet, habe ich es selber unter folgendem Link zum Download bereitgestellt: http://galerie.proffurthi.de Damit das foreconv.exe einwandfrei funktioniert, muß das Microsoft .NET Framwork Vesion 2.0 oder höher installiert werden. Die Version 3.5 des Microsoft .NET Framework gibt es bei http://www.microsoft.de zum herunterladen. Wer sämtliche Trainingseinheiten der Vergangenheit in Google-Earth exportieren will, dem wird zunächst nur übrig bleiben, dies vorerst mit Hilfe von foreconv.exe zu tun, da hier wesentlich weniger Daten anfallen. Außerdem verdecken die vielen Meßpunktquadrate auch nicht die Ansicht in Google Earth. Vorerst werde ich beide Methoden benutzen, da beide auf ihre Weise entscheidende Vorteile bieten.

Montag, 16. Juni 2008

Kreislauf im Quadrat

Seit über einem Jahr heißt mein zuver-lässigster Trainingskamerad Garmin Forerunner 305. Er hat eigentlich immer Lust zum Joggen und weiß auch immer wo es hin geht. Der Höhepunkt jeder Trainingseinheit ist das Downloaden der GPS Daten und das Einlesen in Google Earth.

Ungefähr 300 Meter vom Yachthafen entfernt ist ein Kricketstadion, das sich hervorragend zum Joggen eignet. Das Gras wird regelmäßig gemäht obwohl dort kaum ein Sportler trainiert. Dreimal in der Woche drehe ich hier meine Runden. Eine Runde ist 450 Meter lang und seit ich hier bin hab ich schon über 100 Runden gedreht.

Langsam wird es recht eintönig, aber der Captain hat mir vorhin beim Abendessen mitgeteilt, dass wir vermutlich am Donnerstag bereits Corfu verlassen werden. Und wenn wir mal unterwegs sind, dann ist die einzige Trainingsmöglichkeit der Crosstrainer im Maschinenraum. Da lauf ich doch lieber im quadratischen Kreis.

Trainieren ist als Matrose irgendwie grundsätzlich nicht so einfach. Kaum hat man sich 4 Wochen richtig ins Zeug gelegt und ist halbwegs fit, da geht es schon weiter an einen fremden Ort. Man muß sich wieder eine neue Jogging strecke suchen und wenn man vor Anker ist, kommt man schon gar nicht so einfach an Land. Aber hey, immer wieder mal ein paar Wochen Sport zu machen ist besser als gar nicht. Deshalb find ich mich vorerst mit den ständigen Formhochs und -tiefs ab.

Schnarchen und Telefonterror

Völlig gerädert bin ich heute morgen aufgewacht. Wieder einmal ist mir bewußt, welch eine Entbehrung es ist, das Zimmer mit einem Arbeitskollegen teilen zu müssen. Nicht, dass ich die Gegenwart meiner Kollegen nicht schätze, doch wenn es um meinen Schlaf geht, da bin ich empfindlich. Und so war ich die letzte Nacht einmal wieder voll den Schnarchattacken meines Mitbewohners ausgesetzt.
Da ich meine Kabine in den letzten 5 Jahren mit 5 verschiedenen Leuten teilen mußte, ist es mir gelungen, genaue Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und Schnarchlautstärke herzustellen. Je mehr Alkohol im Blut, umso lauter ist das Schnarchen. Ein weiterer direkter Zusammenhang besteht zwischen dem Grad der Müdigkeit und der Schnarchlautstärke. Beklagt sich einer meiner Kollegen tagsüber schon über Mudigkeit und geht dann abends auch noch spät ins Bett, dann weiss ich bereits, was mich in der Nacht erwarten wird: ein ohrenbetäubendes Schnarchkonzert.
Letzte Nacht war es so laut, dass selbst die Ohrstöpsel (die wir normalerweise im Maschinenraum bei laufenden Motoren und Generatoren benutzen) nicht ausreichten, um die Schallwellen in Schach zu halten. Gegen halb vier bin ich aufgewacht vor lauter Schnarchgeräuschen und konnt dann trotz totaler Übernächtigung nicht mehr einschlafen. Das sägen war einfach unerträglich. Nach einigen Versuchen, meinen Kollegen flüsternd auf sein Schnarchen aufmerksam zu machen, wurde ich lauter und sprach mit normaler Lautstärke mit ihm. Ich hustete mehrere Male und räusperte mich, da das in der Vergangenheit auch manchmal Erfolg brachte. Oft reicht ein akustischer Reiz, damit der Schnarchende seine Position oder seinen Atemrhythmus ändert, jedoch waren in der letzten Nacht alle bisher erfolgreich eingesetzten akustischen Reize sinnlos. Das Sägen ging munter weiter. Ein neuer Reiz mußte her.
Schon nach wenigen Minuten kam mir die Idee, meine Kollegen einfach per Telefon anzurufen. Ich kroch unter meine Decke, wählte seine Nummer und kurz darauf schellte sein Telefon auch schon. Sofort legte ich auf, damit er nicht wissen würde, wer ihn da mitten in der Nacht anrief.
Zu meinem Erstaunen wachte er durch das Klingeln des Telefons nicht auf. Jedoch drehte er sich herum und hörte plötzlich auf zu schnarchen. Mir war es also gelungen einen neuen akustischen Reiz zu setzen. Jetzt hoffe ich, dass mir dieser Trick noch öfters gelingen wird und meine Kollegen keine Immunität gegen diesen nächtlichen Telefonterror entwickeln. Ich jedenfalls konnte danach wieder einschlafen, wenn auch nur für kurze Zeit, bevor der Wecker zum Aufstehen schellte.

Sonntag, 15. Juni 2008

Das Primzahlkreuz

Ich bin alles andere als eine Leseratte. Trotzdem gibt es immer wieder Zeiten, in denen mich ein Buch total ergreift und ich in jeder freien Minute darin lesen muß. Das Primzahlkreuz von Dr. Peter Plichte wurde mir schon vor ca. 10 Jahren von einem äußerst genialen medizinischen Bademeister names Elias Ludwig Schindelar empfohlen, der mich innerhalb kurzer Zeit von quälenden Rückenschmerzen befreite. Herr Schindelar em-

pfahl mir damals - ich stand kurz vor dem Abitur und wußte noch nicht, was ich einmal beruflich machen wollte - ich solle doch Physik, Mathematik, Biologie und Chemie studieren. Ganz nachvollziehen konnte ich seinen Vorschlag damals noch nicht - bis eben 10 Jahre später. Kurz vor meiner Rückkehr an Bord bestellte ich mir das empfohlene Buch bei Amazon.de und verschlinge es seit einer knappen Woche. Es ist äußerst spannend und der behandelte Stoff ist hoch explosiv. Wohl auch deswegen, weil viele der im Buch angeklagten deutsche Wissenschaftler, Firmenbesitzer, Minister, Professoren und Staatsanwälte heute noch ihre Ämter inne haben. Seit ich das Buch in die Hand genommen habe, läßt es mir einfach keine Ruhe mehr. Ständig fiebere ich mit dem Autor mit und hoffe auf ein Happy End. Denn es ist ein Unterschied, ob ein Buch reine Fiktion darstellt, oder aber - wenn man dem Autor glauben darf - von Leuten handelt, die heute noch trotz schwerster Verbrechen in Deutschland auf freiem Fuße sind. Wenn ich Anfang August wieder nach Hause komme, wird garantiert auch Band II und Band III des Primzahlkreuzes im Briefkasten auf mich warten.

Vom Verzetteln

Auf die Gefahr hin, dass ich mich immer mehr verzettle und mir die Übersicht über all meine Internetauftritte völlig verloren geht, starte ich heute einen Blog.
Dazu motiviert mich das Bedürfnis, technisch auf dem Laufenden zu bleiben, und vom Fortschritt nicht abgehängt zu werden.
Ein weiterer Motivationsgrund ist das "im Kontaktbleiben" mit Freunden - mit allen, die nicht mindestens 183 Tage im Jahr in der Weltgeschichte herumschippern, sondern zu Hause ihrem Broterwerb, Studium, Familien- und Gemeindeleben nachgehen.
Nach beinahe 6 jähriger Reisezeit um die ganze Welt ist bei mir die Erkenntnis gereift, dass ich mich für meinen Lebensstil und die Art meines Broterwerbes - die sich so sehr von den meisten anderen unterscheiden - nicht schämen muß. Die Scham, als Christ für einen der reichsten Menschen der Welt in einer völlig sekularen Umgebung zu arbeiten, hat mich langezeit davon abgehalten, zu meiner Tätigkeit wirklich stehen zu können.
Langsam erkenne ich, wie geschickt mein Vater im Himmel die in mich gelegte Abenteuerlust immer wieder neu zu befriedigen versteht. Die letzten 6 Jahre meines Lebens, die für manch außenstehende Person völlig "verzettelt" erscheinen möchten (und das taten sie für mich über weite Strecken auch), fügen sich im Nachhinein zu einer abenteuerlichen Geschichte zusammen, die in diesem Blog (unter anderem) dokumentiert werden soll.
Das Verzetteln hat sich gelohnt.

Samstag, 14. Juni 2008

Nachtgrillen

Die perfekte Abrundung des Schlauchbootabenteuers war das nächtliche Grillen der Ilona Ingenieure. Zusammen mit Gerry, DeWett und Charlie machte ich es mir auf dem Dock richtig gemütlich. Alles mögliche Essbare wurde auf den Rost geworfen, würzig angebraten und bis kurz vor Mitternacht mit Händen direkt vom Grill gegessen.

Das Wetter spielte wieder mit, der Sonnenuntergang war traumhaft und die drei Südafrikaner ganz in ihrem Element, denn Grillen ist in Südafrika ein regelrechter Volkssport. Vom guten Geruch angezogen, gesellten sich dann auch bald der Captain und seine Frau zu uns.

Zwischendurch schaute ein Aufseher der Marina vorbei und machte uns darauf aufmerksam, dass das Feuermachen in der Marina nicht erlaubt sei. In Deutschland hätten man von uns in dieser Situation vermutlich sofort erwartet, die glühenden Kohlen auszupinkeln oder sonst irgendwie zu löschen. Der griechische Kollege war dagegen etwas nachsichtiger und hat die Sache auf sich beruhen lassen. Wir vereinbarten mit ihm, zukünftig auf das Feuer beim Grillen zu verzichten.

Während manche meiner Kollegen dann gegen Mitternacht in die Stadt fuhren, um erst um 7 Uhr am nächsten Morgen wieder zurück zu sein, entschied ich mich nach solch einem tollen Tag zufrieden und ohne Rausch in die Federn zu steigen.

Schlauchbootabenteuer

Was könnte bei einer Ausfahrt mit dem Schlauchboot noch wichtiger sein als ein Paar Paddel mitzunehmen? Vermutlich eine Luftpumpe! Das Paddeln kann nämlich mit einem vollen Tank und einem gut gewarteten Motor vermieden werden, das Sinken des Schlauchbootes dagegen nur mit einer Luftpumpe und etwas sportlicher Betätigung.

Nachdem Gerry und ich uns von der Gouvia Marina auf den Weg in die Stadt gemacht hatten, erwies sich die mitgenommene Luftpumpe schon bald als vorteilhaft. Irgendwo verlor unser Schlauchboot Luft. Zwar nur sehr sehr langsam, aber doch spürbar. Der 4PS Motor mußte sich zunehmends abmühen um uns mit einer akzeptablen Geschwindigkeit in Richtung Stadt zu puschen. Ich übernahm das Steuer, Gerry pumpte - so gut es eben mit einer Fußpumpe in einem weichen Schlauchboot ohne festen Boden ging.

Aus Neugierde hatte ich mein GPS Gerät dabei, um am Abend unsere Gefahrene Strecke auf Google-Earth begutachten zu können. Ich war überrascht, wie gut es geklappt hat, auch ohne Autopilot einigermaßen der Strömung, den Wellen und dem Wind standzuhalten und geradeaus zu fahren.
Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10 km pro Stunde ging es in die 9 km entfernte Stadt, wir waren eine knappe Stunde unterwegs. Weil wir Wind und Wellen im Rücken hatten, war die Hinfahrt recht angenehm.
Kurzerhand wurde in der Stadt angelegt und vergeblich nach dem Leck im Schlauchboot gesucht. Auf der Rückfahrt müßte notfalls eben wieder die Luftpumpe herhalten.

Die Rückfahrt hingegen (nach einem zweistündigen Stadtbummel) war etwas abenteuerlicher, weil wir zusätzlich noch mit kreuzenden Fähren und starkem Gegenwind zu kämpfen hatten. Völlig durchnäßt kamen wir nach 70 Minuten dann am Boot an, wo es gleich unter die heiße Dusche ging. Für den Abend war ein Grillen der Ingenieure angesagt - genau das richtige, viel Energie zum Aufheizen.

Sonntag, 8. Juni 2008

Ein Tag im Aqualand

Gerade war ich nach meinem zweimonatigen Heimaturlaub im April und Mai seit 6 Tagen wieder an Bord, da stand ein viel ersprechendes Abenteuerwochenende vor der Tür: Das Aqualand in Corfu - Laut Broschüre der größte Wasserpark Europas. Das hörte sich sehr viel versprechend an. Das Wetter war zunächst nicht überragend, aber das hatte den Vorteil, dass außer uns (Gerry, DeWett und ich) nicht viele Touristen vor Ort sein würden. Dazu kam, dass in Corfu die Touristik-Hauptsaison erst im Juli gebinnt. Wie erwartet, waren nur sehr wenige Leute im Park. Alle Rutschen waren geöffnet und anstehen mußten wir am gesamten Tag kein einziges Mal. Anscheinend sei das im Juli und August ganz anders, hatte unser Taxifahrer gemeint - wir sollen uns glücklich schätzen.

Schon der bloße Anblick mancher Rutschen flößten uns einen gehörigen Respekt ein. Deshalb entschieden wir uns, zu Beginn erstmal mit den etwas harmloseren zu beginnen. Doch schon bald hatten wir uns an die recht gewaltigen Wassermassen und sehr dünnen Rutschröhren gewöhnt und nach ca 2 Stunden hatten wir über 20 Rutschen durchprobiert und unsere persönlichen Favoriten gefunden. Ganz ohne Schmerzen ging es dabei nicht zu. Denn die auf den Rutschen erreichten Geschwindigkeiten wären in Deutschland eher unzulässig. DeWett war in einer BlackHole-Rutsche in der letzten Linkskurve von seinem Luftreifen gefallen und stieß heftig mit dem Kopf gegen die Wand. Die anschließende Wasserlandung war auch eher von rauher Natur. Schnell packte uns der Ehrgeiz und wir fingen an, Wettrennen zu veranstalten. Weil unsere Leistungen so ähnlich waren, mußte immer wieder ein Zielfoto oder gar Video herhalten, um den Gewinner eines Rennens eindeutig zu bestimmen.

Dem Betreiber war das Kaliber der Rutschen sicher bewußt. Deshalb stand an jeder Rutsche ein Bademeister, der unter erster Miene genaue Anweisungen gab, wie jede Rutschen zu bewältigen sei, damit die Gefahr einer Verletzung minimiert werden könne. So wurde zum Beispiel bei der steilsten aller Rutschen darauf aufmerksam gemacht, dass es verboten sei, sich beim oberen Einlass selbst anzuschucken, da die dadurch zu hohe Geschwindigkeit dazu führt, dass man aus der Rutsche fällt. Das kurzzeitige Abheben und der freie Fall waren auch ohne extra Anschucken garantiert.

Was unser Adrenalinbedürfnis anging, kamen wir an diesem Tag auf unsere Kosten. Bis kurz vor Schließung des Wasserparks, rutschten wir ohne Unterlass, verschiedene Schürfwunden an Fersen, Ellbogen, Schulterblättern und anderen Gelenken konnten uns nicht davon abhalten. Zwei der Rutschen von dem 15 Meter hohen Rutschenturm waren wirklich beängstigend schnell. Die Spiralen waren so steil und so eng, dass es einem kaum gelang, das Kinn auf der Brust zu halten. Freudigerweise hielt das Wetter einen ganzen Tag lang und so fielen wir alle drei Abends totmüde und total erledigt ins Bett.

DeWett hatte sich einen steifen Rücken zugezogen und mußte erst einmal zwei Stunden lang auf dem Bauch am Zimmerboden liegen bleiben und Joghurt zu sich nehmen, bevor er es schaffte, sich auf den Rücken zu drehen. In der Zwischenzeit war er jedoch beim Arzt und es geht im wieder besser. Vielleicht hatten wir es etwas übertrieben, aber wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass der Spass die Schmerzen bei weitem überstieg.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Bowlingdusel

Eigentlich komisch. Da steht im Gegensatz zum Kegeln plötzlich 1 Kegel mehr auf der Bahn, nämlich 10 an der Zahl, trotzdem scheint es um ein vielfaches einfacher zu sein, alle auf einen Streich abzuräumen. Wem das gelingt, der ballt die Faust und schreit "Strike!". Wem das gleich vier mal gelingt, ohne dass er sich regelmäßig bowlt, der darf von Dusel sprechen.


Mit etwas Dusel, bzw. mit einer ordentlichen Portion Dusel ist es mir an diesem Donnerstagabend gelungen, meine persönliche Bestleistung auf 155 Punkte hochzuschrauben. Dabei wäre noch zu sagen, dass ich zuvor noch nie die 100 Punkte Marke überschritten hatte.


Natürlich war ich überaus glücklich, dass ich an diesem Abend meine Kamera dabei hatte und tatsächlich auch ein paar Glücksmomente festehalten konnte. Zu erwähnen wäre noch, dass auf der Nachbarbahn regelmässig Punktestände von weit über 200 erreicht wurden. Von Dusel konnte man dort nicht sprechen, eher von suchtverdächtigem Bowlingsport.


Gerry hat es nach ausbleibender Leistung dann auch mal mit einem Bowlinghelm versucht. In Griechenland werde die auch als Motorradhelme benutzt. Viel gebracht hat es nicht, außer ein paar laute Lacher.